Nideggen: Countdown für Sekundarschule startet in fünf Wochen

Nideggen: Countdown für Sekundarschule startet in fünf Wochen

Mit einer ganzseitigen Anzeige wirbt die Gemeinde Vettweiß in der jüngsten Ausgabe ihres Amtsblattes für die Vettweißer Gemeinschafts-Hauptschule.

„Unsere Zielsetzung ist klar: Wir wollen unsere Schule weiter stärken”, sagt Josef Kranz, Bürgermeister von Vettweiß. „Wir bieten an unserer Schule die gleichen Abschlüsse an, die auch an jeder Sekundarschule angeboten werden”, fügt Kranz noch hinzu.

Der Vettweißer Blick geht dabei nach Kreuzau und Nideggen, die zum kommenden Schuljahr mit der gemeinsamen Sekundarschule starten wollen. Im letzten Jahr fielen in Kreuzau die Anmeldezahlen für die Hauptschule so niedrig aus, dass dort keine Eingangsklasse mehr gebildet werden konnte und Kreuzauer Hauptschüler nach Vettweiß abwanderten, wo sie mit offenen Armen aufgenommen wurden.

Und wenn Kranz sagt, dass es die Entscheidung der Eltern sei, „wo sie ihre Kinder anmelden”, dann darf man das auch durchaus als Angebot an die Eltern in Nideggen verstehen, die sich mit der neuen Schulform nicht so recht anfreunden können. Die soll in Nideggen und Kreuzau bis Ende des Monats festgezurrt sein.

Der Antrag bei der Bezirksregierung ist gestellt, bis Ende des Monats rechnet man mit der Genehmigung. Rechtsträger der Sekundarschule wäre der neu gegründete Schulverband Nideggen-Kreuzau. Dessen Satzung liegt dem Kreis zur Genehmigung vor.

„Wir hoffen, dass beide Genehmigungen bis Ende Januar vorliegen und die Bezirksregierung bis dahin auch einen kommissarischen Schulleiter ernennt”, so Dieter Weber von der Nideggener Verwaltung. Dann wird das Anmeldeverfahren abgestimmt, das am 13. Februar startet. Weber: „Wir müssen an beiden Standorten fünf Eingangsklassen anbieten. Und ich bin guten Mutes, dass wir das auch erfüllen können.”

125 Anmeldungen muss es also in Kreuzau und Nideggen geben, bei drei Zügen 75 Kinder, bei zwei Eingangsklassen 50 Kinder. In Kreuzau hatte es zum Schuljahr 2011/12 sieben Anmeldungen für die Hauptschule gegeben, 69 für die Realschule. Bei gleichbleibenden Schülerzahlen würde das für drei Eingangsklassen reichen.

Die Zahlen in Nideggen waren höher: 37 Anmeldungen zur Hauptschule, 62 für die Realschule. Das würde für vier Eingangsklassen reichen. Mit dieser Zahl rechnet man in Nideggen allerdings nicht.

Zum einen gehen die Schülerzahlen zurück, zum anderen ist nicht absehbar, ob sich die Diskussion gegen die Einführung der Sekundarschule nicht doch bei den Anmeldungen bemerkbar machen und Eltern ihre Kinder in anderen Kommunen anmelden. Entsprechende Nachfragen von Eltern gab es bisher nur aus Kreuzau und nur an der Realschule Wernersstraße.

Die Kapazitäten dort sind aber begrenzt, zumal erst die Kinder aus dem Bereich Düren, Langerwehe und Merzenich aufgenommen werden müssen. Wie die Elterninitiative „Schulentwicklung mit Vernunft” in Nideggen weiter vorgehen wird, ist noch nicht entschieden. Sprecherin Monika Werning: „Wir haben zwei Optionen: Eine Klage gegen die Ablehnung des Bürgerbegehrens oder ein neues Begehren.”

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