Düren: Cold-Water-Spiele: „Hat nichts mit der Feuerwehr zu tun“

Düren: Cold-Water-Spiele: „Hat nichts mit der Feuerwehr zu tun“

„Für mich haben diese so genannten ‚Cold-Water-Spiele‘ absolut nichts mit der Feuerwehrtätigkeit zu tun. Ich habe das immer im Keim erstickt.“ Klare Worte vom Leiter der Dürener Feuerwehe, Hans-Jürgen Pelzer. Die Mutproben nach dem Kettenbrief-System waren in den USA aufgekommen, zuletzt aber auch in Deutschland immer beliebter geworden.

Vor allem die Freiwilligen Feuerwehren machten begeistert mit. Die Mitglieder der Wehren lieferten sich Wasserschlachten. Bei einer Mutprobe ließ sich ein Feuerwehrmann per Drehleiter in die Luft heben und dann an einem Seil hängend von einem Wasserstrahl immer wieder drehen.

Erst vor einer Woche hat es in Isselburg einen dramatischen Todesfall gegeben. 14 Mitglieder eines Kegelclubs sollten an einem Biertisch sitzend von einem Bagger mit 2000 Liter kaltem Wasser übergossen werden. Die gefüllte Schaufel war zu schwer, der Bagger kippte vorneüber. Ein Familienvater (34) war sofort tot, fünf weitere Männer wurden verletzt. „Es ist absolut undenkbar“, so Pelzer, „für solche Spielchen feuerwehrtechnisches Gerät einzusetzen. Auch nicht vor dem Hintergrund, dass das eventuell förderlich für die Kameradschaft sein könnte.“

Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Langerwehe sind die „Cold-Water-Spiele“ kein Thema. „Überhaupt nicht“, so Timo Löfgen, Sprecher der Wehr. „Von uns hat noch niemand mitgemacht und es gibt auch keine dementsprechenden Pläne.“

(kin)
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