Schülervertretung und Landrat : CO2-freier Schultag wird konkreter

Schülervertretung und Landrat : CO2-freier Schultag wird konkreter

Ein ganzer Schultag, an dem kein Schüler im Kreis Düren CO2 verursacht – das ist zwar unmöglich, aber mit einigen Aktionen zur Reduzierung und Kompensation wollen die jungen Menschen zumindest einen großen Schritt in diese Richtung gehen und ein starkes Zeichen setzen.

Die Initiative für das ambitionierte Projekt geht zurück auf die Bezirksschülervertretung (BSV), die Schülervertretung für den gesamten Kreis. Die ehrenamtlich Aktiven hoffen darauf, alle weiterführenden Schulen für die Aktion gewinnen zu können und sind dankbar, mit Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU), der Stadt Düren und dem Dürener-Service-Betrieb schon einige Unterstützer im Boot zu haben. „Wenn wir jetzt auch noch die Unterstützung der Leute haben, die hier wohnen, dann gibt es kein Halten mehr“, sind die Schüler überzeugt. Sie wollen große Wellen schlagen und über die Schulhofgrenzen und die Projekttage hinaus etwas bewirken.

Mehrere Projekttage

Wann und wie genau der CO2-freie Schultag stattfinden wird, ist noch nicht in Stein gemeißelt. Vielmehr hat sich nun eine 20-köpfige Schülergruppe bei der Bezirksdelegiertenkonferenz der BSV im Rahmen eines Workshops mit den angedachten Aktionen und Maßnahmen beschäftigt. Das bisherige Konzept besteht aus drei Teilen: Der CO2-Reduzierung – die Schüler sollen sich ihrer CO2-Bilanz sowohl in der Schule als auch zu Hause bewusst werden und gezielt den eigenen CO2-Fußabdruck verkleinern. Da aber auch an einem einzelnen Tag die CO2-Emissionen nicht auf Null gesenkt werden können, wollen die Schüler sich auch um eine Kompensierung bemühen. Zu guter Letzt plant die Bezirksschülervertretung zwei Projekttage – einen an den Schulen und einen an anderen Orten im Kreis Düren, die mit den Themen Ressourcen, Energie und Umwelt zu tun haben.

Die Schülervertreter haben bereits einige Ideen zur CO2-Reduzierung gesammelt: die Mülltrennung in Klassenräumen, den Umstieg auf Recyclingprodukte bei Toilettenpapier und Trockentüchern, das Vermeiden des Stand-by-Modus bei Elektrogeräten, weil die Geräte auch dann Strom verbrauchen, das Drucken auf Schmierpapier, das bisher einseitig bedruckt im Müll landete, und die Nutzung der Suchmaschine Ecosia statt Google.

„Bei vielen Schulrechnern ist Google als Standardsuchmaschine eingestellt“, berichtet Philipp Klose, Mitglied im Vorstand der Bezirksschülervertretung, und sieht da Verbesserungspotenzial. Ecosia, eine Suchmaschine mit Sitz in Berlin, leitet den Gewinn aus den Werbeeinnahmen an Aufforstungsprojekte weiter. Während der CO2-Fußabdruck einer durchschnittlichen Suchanfrage auf 0,2 Gramm geschätzt wird, wirbt Ecosia damit, eine Suchmaschine mit negativer CO2-Bilanz zu sein, weil für jede 50. Suchanfrage ein Baum gepflanzt wird, welcher der Luft CO2 entzieht.

Damit nachvollziehbar ist, wie viele Bäume dank des Engagements aus dem Kreis Düren gepflanzt werden können, hat Ecosia für die BSV einen besonderen Link erstellt: Wer sich über www.ecosia.co/kreisdüren die Suchmaschine einrichtet, wird mit seinen Onlinesuchen in die lokalisierte Baumzählung eingerechnet.

Ein wichtiger Teil des CO2-freien Schultages wird auch die Mobilität sein. Hierzu laufen noch Gespräche mit dem Kreis, diskutiert wird aber, ob man an diesem Tag Elektro- oder Wasserstoffbusse austesten könnte oder der ÖPNV kostenlos nutzbar wird.

Außerdem soll, um den unvermeidbaren CO2-Ausstoß zu kompensieren, ein Schulwald entstehen, mit einem Baum für jede Schule. Ein Standort wird noch gesucht.

Bei allen vorgeschlagenen Maßnahmen ist den Schülern wichtig: „Wir wollen niemandem etwas vorschreiben, aber zum Ausprobieren ermutigen“, unterstreicht Philipp Klose. Details geben die Schülervertreter und der Landrat in einer speziellen Informationsveranstaltung für die Schulen bekannt.