Clemensstraße: Ausbaupläne verärgern Anwohner

Ausbaupläne in Merken verärgern Anwohner : 100 Meter Straße für fast 220.000 Euro

Die Clemensstraße im Merkener Westen ist gerade einmal 100 Meter lang. Sie verbindet die Roermonder mit der Qurinusstraße, wird aber in erster Linie nur von den Anwohnern der sieben Häuser sowie den Kunden eines Haarstudios und den Patienten einer Arztpraxis genutzt.

Dass sie auch nach Jahrzehnten immer noch den Charakter einer Baustraße aufweist, dass Anwohner teilweise auf eigene Kosten Teilbereiche gepflastert haben, hat bisher niemanden interessiert. Das hat sich jetzt nach der Schließung der letzten Baulücke aber schlagartig geändert.

Vor wenigen Tagen ist den Anwohnern „aus heiterem Himmel“, wie Guido Frings beklagt, eine Bürgerinformation des städtischen Tiefbauamtes über den erstmaligen Ausbau der Clemensstraße ins Haus geflattert, die für einen Aufschrei der Empörung gesorgt hat. Fast 220.000 Euro will die Stadt investieren, die zu 90 Prozent von den Anwohnern in Form von Straßenbaubeiträgen finanziert werden sollen. Alleine Guido Frings soll mehr als 40.000 Euro zahlen, ein anderen Anlieger gar 55.000, berichtet der 52-Jährige. „Drei Rentner haben seit Tagen nicht mehr geschlafen, weil sie nicht wissen, wie sie mal eben 20.000 Euro aufbringen sollen“, berichtet Frings.

Dass der Stadt rechtlich mit Blick auf das Baugesetzbuch nichts vorzuwerfen ist, ist ihm bewusst. Er verweist aber darauf, dass der Bund der Steuerzahler NRW gerade erst eine Initiative zur Abschaffung der Straßenbaubeiträge auch in Nordrhein-Westfalen gestartet hat. Dass dies die Stadt nun beflügelt, um später nicht auf Kosten sitzenzubleiben, kann der 52-Jährige aber nur mutmaßen. „Ein bitterer Beigeschmack bleibt.“

Was er und seine Nachbarn jedoch nicht nachvollziehen können, ist die Höhe der angesetzten Ausbaukosten. 2013 wohnte Frings noch an der Qirinusstraße, deren Ausbau auf doppelter Länge seinerzeit nur unwesentlich teurer gewesen sei. Frings und seine Nachbarn sind sich einig, dass es vor ihrer Tür auch billiger gehen muss. Eine einfache Asphaltdecke würde doch reichen, ist der Tenor.

Die Stadt aber will einen Ausbau mit beidseitigen Gehwegen, elf markierten Parkplätzen auf der Fahrbahn und zwei Baumbeeten an der Einmündung zur Quirinusstraße. Sie begründet ihre Pläne mit dem angeblich hohen Verkehrsaufkommen und dem tagsüber hohen Parkdruck auf der Clemensstraße.  „Dabei werden wir in Zukunft sogar weniger Parkplätze haben“, ärgert sich Frings. „Wir werden uns daher mit Händen und Füßen gegen diese Planung wehren“, kündigt er im Namen seiner Nachbarn schon einmal an. Am Mittwoch, 7. November, wird sich der Bezirksausschuss Merken mit dem Thema befassen und den Anwohner die Möglichkeit geben, ihre Kritik vorzutragen.

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