Christine Drews' neues Buch spielt in Düren

Christine Drews' neues Buch spielt in Düren : „Die Stadt ist perfekt für meinen Roman“

Auf den ersten Blick hat Christine Drews mit Düren wirklich nicht viel am Hut. Die 46-Jährige ist in Osnabrück geboren und aufgewachsen, hat in Bonn studiert und lebt mittlerweile mit ihrer Familie in Köln. Trotzdem ist Düren der Schauplatz von Christine Drews‘ neuem Familienroman „Ein Tag hat viele Farben“, der am 8. November erscheint.

„Ein Tag hat viele Farben“ erzählt die Geschichte der  drei Geschwister Mia, Tom und Anna, die an dem Tag zurück in ihre Heimatstadt Düren kommen, als die lebenserhaltenden Apparate, an denen ihr Vater hängt, abgeschaltet werden. Statt gemeinsam zu trauern, beschäftigt sie am meisten, was mit dem Familienschatz geschehen wird. Sie alle haben ihre eigenen Pläne für das wertvolle Pechstein-Gemälde. Doch im Laufe des Tages erfahren sie, dass nicht alles ist, wie es scheint…

Schon während ihres Studiums hat Drews als Redakteurin für verschiedene Fernsehformaten gearbeitet. Bei „Schreinemakers live“ hat sie den aus Düren stammenden Autor Peter Käfferlein kennengelernt, der heute Patenonkel einer ihrer beiden Söhne (acht und elf Jahre) ist. Käfferlein hat unter anderem mit einer Biografie über Lieselotte Pulver von sich reden gemacht.

„Dank Peter habe ich Düren kennengelernt, weil wir häufiger auch seine Eltern dort besucht  haben.“ Düren, sagt Christine Drews, „hat zwar keine historische Altstadt, aber ja schon durchaus Zentrumscharakter. Und genau so eine Stadt habe ich für mein Buch gesucht.“ Natürlich, ergänzt Drews, sei auch ihre Heimatstadt Osnabrück eine Kleinstadt, die sich als Ort für einen Roman eignen würde. „Trotzdem würde ich nie einen Roman schreiben, der in Osnabrück spielt. Dort ist mir alles viel zu vertraut, und ich hätte auch Sorge, dass es vielleicht zufällig Ähnlichkeiten mit Personen oder tatsächlichen Geschehnissen geben würde. Und das möchte ich nicht.“

„Ich schreibe Krimis und Familienromane“, sagt die Schriftstellerin. „Beides ist sehr reizvoll. An den Familiengeschichten reizt mich, dass es eigentlich immer Konflikte in einer Familie gibt. Und dass Geschwister, auch wenn sie schon erwachsen sind, immer noch um die Gunst, die Liebe und die Anerkennung der Eltern buhlen.“ Natürlich kommt das Dürener Museum in Drews’ Roman vor, aber auch einige Straßennamen. „Ich mag Düren, und die Stadt ist perfekt für meinen Roman.“ Drews war nämlich auf der Suche nach einem Ort, aus dem man als junger Erwachsener nach dem Abitur unbedingt raus will. „Natürlich ist Düren eine Kleinstadt, aber eben doch kein Dorf. Es gibt ein Gefühl der Nähe, das dazu führt, dass junge Leute erst einmal weg wollen, aber es ist eben groß genug, um Schauplatz für einen Roman zu sein.“ Immer wieder hat Drews im Rahmen der Arbeit an ihrem neuen Roman, die ungefähr ein Jahr gedauert hat, die Rurstadt besucht – und Düren mittlerweile richtig schätzen gelernt. „Vielleicht“, sagt sie, „klappt es ja, dass ich auch einmal zu einer Lesung nach Düren komme.“

Dass Christine Drews, die übrigens im richtigen Leben  Christine Meyer heißt, angefangen hat, Romane zu schreiben und im Augenblick als Drehbuchautorin nur noch für die ZDF-Serie „Bettys Diagnose“ arbeitet, hat sie hauptsächlich ihren beiden Söhnen zu verdanken.

Viel Comedy

„Ich habe früher sehr viel für Showformate, besonders im Bereich Comedy, gearbeitet, dass heißt ich musste sehr häufig auch abends ran. Das ist schwieig, wenn man zwei kleine Kinder hat, zumal wir ja auch keine Oma in der Nähe hatten. Da kann man die Arbeit an einem Roman schon besser planen.“ Ihr erstes Werk war vor fünf Jahren der Krimi „Schattenfreundin“, der gerade für das ZDF mit Harald Krassnitzer in der Hauptrolle verfilmt wird.

„Ein Tag hat viele Farben“, Christine Drews, 304 Seiten, Ullstein Taschenbuch, ISBN: 9783548291079, 10 Euro.

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