CDU lehnt weniger Fahrspuren auf der Euskirchener Straße ab

Einspurigkeit auf der Euskirchener Straße : CDU: „Ein künstlicher Flaschenhals wäre grober Unfug“

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Kaum war bekannt geworden, dass das städtische Tiefbauamt die Euskirchener Straße im Kampf gegen ein drohendes Dieselfahrverbot aufgrund überschrittener Stickoxid-Grenzwerte zwischen Am Krausberg und Friedrich-Ebert-Platz von vier auf zwei Fahrspuren zurück bauen will, hagelt es Kritik seitens der CDU. Deren Fraktionschef Stefan Weschke bewertet den Vorschlag als „groben Unfug“.

„Mit der Verringerung der Fahrspuren wird ein künstlicher Flaschenhals geschaffen, der zu Staus und zähfließendem Verkehr führt“, ist Weschke überzeugt. Dies habe eine höhere Emissionsbelastung zur Folge und sei damit im Kampf gegen die Luftverschmutzung kontraproduktiv, lässt der CDU-Politiker keinen Zweifel daran, dass seine Fraktion die Vorlage im Verkehrs- und Bauausschuss am 19. März ablehnen wird. In diesem Zusammenhang sieht Weschke auch die in beide Fahrtrichtungen vorgesehenen Parkplätze kritisch. Das Ein- und Ausparken werde zusätzlichen Stop-and-go-Ver­kehr verursachen und damit weitere Emissionen.

Die CDU erinnert daran, dass immer vereinbart gewesen sei, die Umgestaltung der Euskirchener Straße erst nach der kompletten Freigabe der Ostumgehung (B 56n) anzugehen. Erst dann sei das auch sinnvoll, steht für Weschke fest.

Er geht davon aus, dass die Stickstoffdioxidbelastung mit dem Anfang November verhängten Lkw-Durchfahrtsverbot bereits erheblich zurückgegangen ist, auch wenn aktuelle Messergebnisse frühestens im Mai vorliegen. „Auf jeden Fall fahren seitdem spürbar mehr Lkw über die Umleitungsstrecken.“ Jetzt schon eine zweite Maßnahme vorzunehmen, ist nach Ansicht der CDU unverhältnismäßig, zumal ohne komplette Fertigstellung der B 56n mit der Verringerung der Fahrspuren auf der Euskirchener Straße nur noch mehr Verkehr auf die Oststraße, die Hohenzollernstraße und die Kölnstraße ausweichen werde.

Darüber hinaus verweist die CDU darauf, dass bis zum Bau einer neuen Hauptfeuerwehrwache an der Veldener Straße die Anfahrt von Feuerwehr und Rettungsdienst in vielen Fällen über die Euskirchener Straße und den Kreisverkehr erfolge. „Ein Nadelöhr an dieser Stelle würde die Anfahrtszeiten der Rettungskräfte erheblich verlängern“, betont Weschke.

Wie die „Ampel“-Stadtratsmehrheit mit dem Vorschlag der Verwaltung umgehen wird, ist noch unklar. „Wir haben uns noch keine abschließende Meinung gebildet“, erklärt die SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Nietan auf Nachfrage. „Persönlich finde ich die Idee, die hinter dem Vorschlag steht, gut und würde ihm daher auch eine Chance geben.“ Ob die Autofahrer aber wirklich wie von der Verwaltung erhofft auf den bereits fertiggestellten Teilabschnitt der Ostumgehung ausweichen, könne nur ein Praxistest zeigen.

In der Koalitionsrunde am Montag sei das Thema nur am Rande angesprochen worden, berichtet Nietan. Valentin Veithen (Linke) habe dabei einen massiven Rückstau befürchtet, berichtet die „Ampel“-Sprecherin, die Grünen seien überzeugt, dass sich der Verkehr schnell andere Wege suchen werde.

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