Düren: CDU fordert ein Umdenken der Drogenberatung

Düren : CDU fordert ein Umdenken der Drogenberatung

Nachdem ein Bürger im Dürener Langemarckpark 300 Spritzen von Drogenabhängigen gefunden hat, fordert die CDU die Drogenberatungsstelle von Stadt und Kreis Düren auf, sich aktiv um den Park zu kümmern.

„Die Mitarbeiter müssen vor Ort sein und den Kontakt zu den Drogenabhängigen suchen“, sagt CDU-Chef Thomas

Bisher sei es so, dass die Beratungsstelle Abhängige nur in ihrem Haus an der Bismarckstraße betreue. „Diese Komm-hin-Struktur reicht nicht“, sagt Floßdorf. Die Drogenberatung erhält vom Kreis Düren pro Jahr eine Förderung von 570.000 Euro (inklusive 150.000 Euro des Landes), von der Stadt 81.000 Euro. „Das Personal soll rausgehen“, sagt auch CDU-Fraktionschef Stefan Weschke und fordert die Beratungsstelle auf, „ihre Ressourcen anders einzusetzen“.

Zudem erwarten die CDU-Politiker nun ein schnelles Handeln weiterer Akteure. Die Polizei und Ordnungskräfte der Stadt Düren müssten im Langemarckpark mehr Präsenz zeigen. Die CDU fordere deshalb „seit langem“ eine Aufstockung des kommunalen Sicherheitsdienstes. Die „Ampel“-Koalition ziehe aber nicht mit und „diskutiert seit zwei Jahren nur“. Stefan Weschke: „Die Dürener Bürger erwarten von uns Politikern, dass wir handeln.“

Es könne nicht sein, dass „sich speziell die Grünen allen repressiven Maßnahmen verschließen“. Die beiden Politiker favorisieren nun den Einsatz einer Arbeitsgruppe, die „sehr schnell konkrete Handlungsempfehlungen gibt“. Dazu zählt für Weschke und Floßdorf auch eine Videoüberwachung nicht nur auf dem Kaiserplatz, sondern auch im Langemarckpark. In Aachen habe sich die Zahl der Straftaten am Bushof um 25 Prozent verringert, seit Kameras das Geschehen einfangen.

„Entsetzt und erschrocken“ zeigten sich die beiden Christdemokraten mit Blick auf die „politische Kultur“ in Düren. Die „Ampel“-Koalition würde gegen zwei CDU-Politiker Schmutzkampagnen fahren, indem sie im Internet „haltlose Behauptungen“ verbreiteten. Die CDU nimmt damit auch Bezug auf eine Forderung der „Ampel“, nach der Ratsmitglieder, die in Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen, Vereinen oder Verbänden stehen, nicht in Ausschüssen sitzen dürfen, die womöglich Entscheidungen fällen, die diese Geschäfte betreffen.

Die SPD nannte als Beispiel den Steuerausschuss, der darüber befindet, welche Schausteller auf die Annakirmes dürfen. Politiker, die mit den Beschickern des Rummels Geschäfte machen, sollen laut SPD nicht mehr im Steuerausschuss sitzen. Die CDU lehnt ein solches Vorgehen mit Verweis auf die Ehrenordnung der Stadt ab. Darin müssen Rats- und Ausschussmitglieder darlegen, welche wirtschaftlichen Beziehungen sie eingegangen sind. Zudem gebe es die in der Gemeindeordnung festgeschriebene Befangenheitsregelung, nach der sich Politiker durch ihr Amt keinen Vorteil verschaffen dürfen. „Das reicht aus“, sagen Weschke und Floßdorf.

(inla)