Düren: Caro sucht den Außenangreifer: Kader der Powervolleys Düren fast komplett

Düren: Caro sucht den Außenangreifer: Kader der Powervolleys Düren fast komplett

Einer geht noch rein. Genauer gesagt: Den Dürener Powervolleys fehlt noch ein Diagonalangreifer, dann ist das neue Team für die Jubiläumssaison komplett. 50 Jahre ist es 2015 dann her, dass die große Mutter DTV ihre Volleyball-Tochter in die Eigenständigkeit entlassen hat. Und diese 50 Jahre ist auch der sportliche Direktor Goswin Caro mit an Bord.

Caro ist es, der mit dem Trainer und Erich Peterhoff, beim Verein für die Finanzen zuständig, zu jeder Saison das neue Team zusammenstellt. Keine leichte Aufgabe, wenn man stets das begrenzte Budget im Auge behalten muss. „Es gibt in der Bundesliga Vereine, die mit einem Etat von zwei Millionen Euro arbeiten. Wir liegen weit unter einer Million Euro“, erzählt er.

Das Geld ist es also nicht, was Spieler aus den Staaten oder Kanada an die Rur lockt. Im Gegenteil. „Für das, was wir den Spielern zahlen, würde manch‘ ein Fußballer in der Mittelrheinliga nicht mal seine Tasche packen“, sagt Caro. Volleyball in Düren funktioniert anders.

Für viele Spieler ist Düren so eine Art Durchlauferhitzer. Caro hat dafür ein Beispiel parat: AJ Nally. Der Amerikaner hat in der letzten Saison für Düren gespielt. „Er will unbedingt US-Nationalspieler werden und hat uns jetzt verlassen, weil er sich in einem anderen Verein weiterentwickeln möchte, um sein Ziel zu erreichen“, erklärt Caro, der auch weiß, wie schwer dem Spieler die Entscheidung gefallen ist: „Er hat uns gesagt, dass er das, was er hier erlebt hat, nirgendwo anders mehr erleben wird.“

Und bevor „AJ“ weitergezogen ist, hat er Caro drei, vier Spieler mit den Worten „die passen zu uns“ empfohlen. Dieses „uns“ ist nicht nur aus Sicht von Caro einer der großen Pluspunkte der Dürener Volleyballer. Sie zahlen zwar weniger Geld an die Spieler aus, sind dafür aber zuverlässig und bieten den Spielern ein Rundum-Sorglospaket von der Wohnung bis zur familiären Betreuung an.

Caro: „Das ist auch der Grund, warum Spieler wie Blair Bann wieder zu uns zurückkommen. Eine andere Erklärung speziell für junge deutsche Spieler: Sie können sich in Düren komplett auf den Volleyball konzentrieren und haben zudem noch die Möglichkeit, sich beruflich abzusichern. So wie Malte Holschen, der in seiner Dürener Zeit Medizin studiert hat.

Und wie kommt Goswin Caro an neue Spieler? „Mit der Zeit habe ich mir natürlich ein Netzwerk aufgebaut. Es gibt Spieler, die sich selbst bei uns melden“, berichtet Caro. Derzeit sind zum Beispiel viele deutsche Spieler auf dem Markt, weil sich zwei Teams aus der Bundesliga zurückgezogen haben.

Es gibt aber auch Spielervermittler, mit denen er zusammenarbeitet. Wie das Beispiel Nally zeigt, sind es oft die Spieler selbst, die andere Spieler empfehlen. Die guten Kontakte nach Kanada gehen noch in eine Zeit zurück, als Caro in den 1970er Jahren mit dem Dürener Team das Land bereist hat: „Da sind Freundschaften entstanden, die bis heute überdauert haben. Oft sind es heute die Söhne von Vätern, gegen die ich noch selbst gespielt habe, die wir unter die Lupe nehmen.“ Da spielen dann Statistiken eine Rolle, anhand derer Caro ablesen kann, ob der Spieler für Düren geeignet ist, oder nicht. Er selbst spielt übrigens auch immer noch und ist mit dem DTV-Senioren-Team gerade erst Deutscher Meister geworden. Die Belohnung: Im Oktober fährt er zur WM nach Las Vegas. Jede Wette, dass er die Gelegenheit nutzen wird, um wieder neue Kontakte zu knüpfen.