Voller Lebendigkeit und Spielfreude: Cappella Villa Duria begeistert im Haus der Stadt Düren

Voller Lebendigkeit und Spielfreude : Cappella Villa Duria begeistert im Haus der Stadt Düren

Renold Quade dirigiert das Landesblasorchester NRW und das Sinfonische Blasorchester der Musikschule Düren. Der große Star des Abends war gewiss Solist Benny Brown.

Kontrastreich würde es sein, das diesjährige Konzert mit Harmoniemusik, das die Cappella Villa Duria wieder in Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Renold Quade veranstaltete. So sagte es der Moderator des Abends, und so war es auch. Die ausgewählten Stücke lebten in ihrer Zusammenstellung und Anordnung geradezu von starken Kontrasten, aber auch von großer künstlerischer Qualität des Vortrags und der außergewöhnlichen Spielfreude der Akteure, die auf der Bühne des Hauses der Stadt saßen und standen.

Da war zunächst das Landesblasorchester NRW, das Werke spielte, die von William Shakespeare und Johann Sebastian Bach inspiriert waren, neben einer Bach’schen Originalkomposition und zwei Kompositionen für Orchester und Solotrompete, die an Jazzgrößen, Clifford Brown und Harry James, erinnerten.

Da war in der zweiten Konzerthälfte das Sinfonische Blasorchester der Musikschule Düren, das mit einem zeremoniellen Marsch begann und mit „A little Gospeltune“ unter anderem auch das Werk eines noch lebenden Komponisten spielte, der sogar anwesend war: Richard Hellenthal.

Beide Ensembles glänzten bei ihrem Vortrag auf ihren Instrumenten, meisterten auch anspruchsvolle Stellen und vermochten ihr Publikum nicht nur mit ihrem Spiel auf ihren üblichen Trompeten, Posaunen, Tuben oder Saxophonen mitzureißen, sondern bedienten auch schon einmal Plastiktüten oder Vogelflöten, um einen Waldbrand musikalisch darzustellen. Renold Quade als Dirigent beider Klangkörper führte seine Musiker sicher und mit viel Engagement durch die Noten und Themen.

Der große Star des Abends war gewiss und dem Beifall nach Benny Brown auf der Trompete und dem Flügelhorn, der Solist, der bereits mit vielen namhaften Größen der Musikwelt zusammengearbeitet hat. Die Schnelligkeit, mit der er seine Läufe bis in die höchsten Höhen klettern ließ, der Körpereinsatz und die Begeisterung waren geradezu verblüffend und wahrlich ansteckend. Das merkte man nicht zuletzt auch den Teilnehmern zweier Workshops an, mit denen Brown Musizieren und Improvisieren nach dem Gehör geübt hatte und die die Ergebnisse ihrer Arbeit auf der Bühne präsentierten. Die Kleinen tobten sich mutig über das Lied „Hänschen klein“ aus, die Großen erwiesen der Europäischen Union und Beethoven mit einem jazzigen „Freude, schöner Götterfunken“ die Ehre – so fetzig kann Europa sein, musste man da unwillkürlich denken.

Ein begeistertes Publikum wurde am Ende des Konzerts mit dem Lied „Guten Abend, gut’ Nacht“ als Zugabe für langen Applaus von allen Mitwirkenden beschwingt und beglückt in den Abend entlassen.

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