Langendorf: Burg Langendorf erlebt wieder Hochfest der Musik

Langendorf : Burg Langendorf erlebt wieder Hochfest der Musik

Es ist jedes Jahr ein musikalisches Hochfest, wenn die Manfred-Vetter-Stiftung in der Person von Juliane B. Vetter zum Konzert der Preisträger „Jugend Musiziert“ und der Verleihung der Sonderpreise der Manfred- Vetter-Stiftung einlädt. Die Preisträger von „Jugend Musiziert“ waren zu Pfingsten in Lübeck ermittelt worden.

Am Sonntag standen einige Gewinner, ausgewählt von der Stiftung für die Sonderpreise 2017 und 2018 auf der Bühne der Remise von Burg Langendorf und verzauberten das Publikum.

Die größtenteils musikalisch kenntnisreichen Männer und Frauen im Publikum zeigten sich in der Pause und nach dem Konzert mehr als begeistert. Besonders die Beiträge der recht jungen Pianistin Sonja Kowollik hatten es dem Publikum angetan. Sonja Kowollik eröffnete den Musikreigen mit Johann Sebastian Bachs „Präludium und Fuge es-Moll/dis-Moll“ aus dem „Wohltemperierten Klavier“. Kowollik spielte wohltemperierte Akkorde wie ein Uhrwerk. Da stimmten die Tempi, da konnten die Gäste über die hingebungsvolle Konzentration einer begabten Jung-Pianistin staunen.

Ganz anders zeigte sich die Pianistin mit Frederic Chopins Präludien aus dem Werk „Preludes op. 28“. Lieblich-verträumte Akkorde und Melodien wechselten überraschend oder auch angekündigt mit heftigen Phasen, bei denen die Musikerin die schwarz-weißen Tasten zu Dynamik und Lautstärke zwang. Furiose Läufe und einfühlsame Passagen ließen die Hörer ein wenig von der Klasse der Kompositionen Chopins spüren.

Die Preise des Sonderpreises der Stiftung überreichter Juliane B. Vetter an ein Sextett. Die Preisträger, erste Gewinner in Lübeck, interpretierten das „Sextett D-Dur“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy mit den Sätzen Allegro vivace, Adagio, Minuetto, Agitato-Trio und Allegro vivace. Wie aus einem Guss traten Jasper Sitte, Violine, Jonas Döhler und Simon Klees, beide Viola, Clemens Dautermann, Violoncello, Chira Lea, Kontrabass, und Tabea Klees, Klavier, auf. In einer unglaublichen Weise harmonierten die Instrumente miteinander, so als würde irgendwann einmal ein einziger Klangkörper aus ihnen.

Nicht zu vergessen die Preisträger des Sonderpreises 2017, auch damals Bundessieger bei „Jugend Musiziert“: Jonathan Debus, Trompete, und Julius Schepansky, Akkordeon, Die beiden jungen Künstler machten Werbung für ihre Instrumente. Was eine Trompete leisten kann, ist den meisten Menschen klar. Beim Akkordeon denken viele Zeitgenossen an „Schifferklavier“ oder romantische Szenen unter Seine-Brücken. Das Akkordeon in den Händen von Julius Schepansky erzeugte Klassisches, Romantisches, Musik aus der Jetztzeit. Schepansky berührte mit Tasten und Bässen menschliche Gefühle. Das Duo spielte von Manuel de Falla die „Suite populaire espagnole“ und von Astor Piazzolla „Escolaso“. Wenn das Tasten-Instrument furios vorpreschte, wirkte die Trompete pur oder mit Dämpfer entschleunigend.

Ungeheuer beeindruckt waren die Gäste von der Virtuosität der Flötistin Ronja Vollmari. Ihr Duett mit Julius Schepansky am Akkordeon war schon ein Genuss. Doch Ronja Vollmaris Solo mit vier Blockflöten im Wechsel, eine oder gleichzeitig zwei mit verschiedenen Melodien, erwies sich mit einer virtuosen Technik als musikalisch aussagekräftig. Vollmari inszenierte „Außer Atem. Prestissimo“, von Moritz Eggert. Bei dem Spiel zweier Flöten am Mund der Künstlerin ging es um Kampf, oft gekennzeichnet von ohrenbetäubenden Dissonanzen. Auf die Frage „Um welchen Krieg ging es da?“ antwortete Ronja Vollmari: „Das kann sich jeder selbst aussuchen.“

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