Terrorwarnung im Netz: Buntes Stadtfest in Düren nach einem Schreckmoment

Terrorwarnung im Netz : Buntes Stadtfest in Düren nach einem Schreckmoment

Eine angebliche Terrorwarnung für das Dürener Stadtfest tauchte am Freitag im Netz auf. Tausende ließen sich von dem falschen Alarm aber nicht beeindrucken und strömten bei Sonnenschein in die City.

Am Ende atmeten alle auf: die Verantwortlichen der Interessengemeinschaft Düren City, die Vertreter der Stadtverwaltung und natürlich die zahlreichen Auftretenden. Das Stadtfest Düren lockte wieder Tausende bei Sonnenschein in die Innenstadt, wo an jeder Ecke Musik erklang. Dass eine am Freitag aufgetauchte angebliche Terrorwarnung für Verunsicherung sorgte, war an den drei Stadtfesttagen nicht zu spüren. „Keine besonderen Vorkommnisse“, meldete Helmut Göddertz, Sprecher der Stadtverwaltung Düren am Sonntagabend.

So blieb die Terrorwarnung eine Randnotiz eines Stadtfestes, das in seiner 41. Auflage die 60-jährige freundschaftliche Verbindung zwischen Düren und Valenciennes in den Mittelpunkt rückte. Da passte es, dass Bürgermeister Paul Larue und der Vorsitzende der IG City, Ulf Minartz, den Ahrweilerplatz für die Eröffnung wählten. Dort präsentierten sich sämtliche Partnerstädte mit ihren Besonderheiten. Dies spiegelte auch das weitere Bühnenprogramm dort wider: Chansons aus Frankreich, Gesänge aus der Ukraine, Akkordeonwerke aus Bosnien und Herzegowina, folkloristische Tänze verschiedener Gruppen – die bunte kulturelle Vielfalt wurde im Schatten der Annakirmes gefeiert.

Abwechslungsreich ging es in vielfacher Hinsicht in der gesamten Innenstadt zu. Egal, wo man sich befand: Es erklang Musik. Der größte Andrang herrschte natürlich vor der Bühne des Marktplatzes, wo am Sonntagabend Josh den Schlussakkord des Stadtfestes setzte. Der Sänger hatte musikalisch weitaus mehr zu bieten als seinen Hit „Cordula Grün“, der schließlich zur Ballermann-Hymne dieses Sommers wurde. Der „Deutschland sucht den Superstar“-Sieger von 2015, Severino Seeger, hatte am Freitag auf gleicher Bühne den Auftakt gemacht, ehe Dürens Lokalmatadoren von Wildfire den Zuschauern einheizten. Eine schrille Show bot die Coverband Das Fiasko am Samstagabend.

Beim Stadtfest präsentierten sich Stars von Morgen auf den Bühnen. Foto: ZVA/Patrick Nowicki

Sonntags gehörte das Areal vor der Marktbühne den zahlreichen Familienangehörigen der vorrangig sehr jungen Hauptdarsteller: Der Nachwuchs zeigte, was er in Tanzschulen gelernt hatte. Einige Meter weiter ging der Stand mit den Internetstars von Jono loves Music fast unter. Deren Musikvideos, in der Fahrerkabine eines Transporters gefilmt, haben eine sechsstellige Anhängerschar im Netz gewonnen. In Düren konnte sich jeder mit den beiden Mädchen und ihrem Vater ablichten lassen.   

Vereine präsentierten sich und ihre Angebote an der Oberstraße. Die Powervolleys gaben einen Vorgeschmack auf die kommende Saison. Zahlreiche Stände machten die ohnehin schon proppenvolle Innenstadt noch bunter. Sämtliche Attraktionen des 41. Stadtfestes in Düren aufzulisten, würde mehrere Seiten füllen. Da parallel auch die Geschäfte am Sonntag geöffnet waren, nutzte manch einer das sommerliche Frühherbstwetter auch zu einem Einkaufsbummel.

Fotos mit Jono loves Music: Das Familientrio hat im Netz eine sechsstellige Zahl von Anhängern für sich gewonnen. Foto: ZVA/Patrick Nowicki

Schreckminuten herrschten so nur am Freitag, als in den Sozialen Medien eine Audionachricht über eine angebliche „Terrorwarnung“ für das Dürener Stadtfest kursierte. Eine weibliche Stimme behauptet darin, dass ein Anschlag angedroht worden sei. Die Stadt Düren sah sich in Absprache mit der Polizei und dem Veranstalter des Stadtfestes, der IG City Düren, genötigt, dem öffentlich zu widersprechen: „Eine angebliche Terrorwarnung für das Stadtfest gibt es nicht“, teilte die Behörde mit. Es seien „keine konkreten Hinweise auf einen Anschlagsort oder eine -art bekannt“.

Man räumte jedoch ein, dass es einen Hinweis gegeben habe, der von der Polizei als „vage“ eingeschätzt worden sei. Man werde entsprechend reagieren. Diese Reaktion führte jedoch nicht dazu, dass die Polizei mit ihrer Präsenz das Bild des Stadtfestes prägte. „Ich habe allenfalls eine Streife gesehen, die routinemäßig wie bei Stadtfesten früher auch über den Ahrweilerplatz ging“, schildert Göddertz. Nicht zur Debatte habe eine Absage des Festes gestanden. 

Am Ende blieb es ruhig, die Menschen drängten sich zu Tausenden durch die Innenstadt.

Mehr von Aachener Nachrichten