Düren: Bunter Kreis hilft beim Start in den Alltag

Düren : Bunter Kreis hilft beim Start in den Alltag

Wenn ein Kind viel zu früh auf die Welt kommt, chronisch erkrankt oder von Behinderung betroffen ist, sind Familien vor besondere Herausforderungen gestellt. Häufige stationäre Aufenthalte, Behandlungen und Therapien, aber insbesondere auch die damit verbundenen Sorgen und Ängste haben große Auswirkungen auf die ganze Familie und sind hochbelastend.

Immer stellen sich Eltern die Frage: „Wie können wir es schaffen, den Alltag zu Hause trotz der unerwarteten Lebensumstände zu meistern?“

An diesem Punkt setzt die sozialmedizinische Nachsorge durch den Bunten Kreis an. Deutschlandweit gibt es fast 90 Bunte Kreise, die mit interdisziplinären Teams den Übergang von der stationären Behandlung ins häusliche Umfeld begleiten. Sozialmedizinische Nachsorge ist eine Leistung der Krankenkassen, welche einen vorangegangenen stationären Aufenthalt eines schwer erkrankten oder zu früh geborenen Kindes voraussetzt.

Circa 50 Familien nehmen die Unterstützung im St.-Marien-Hospital in Düren jährlich in Anspruch. Möglich ist das hier seit fünf Jahren. Um die Familie individuell begleiten zu können, finden in der Regel bereits in der Klinik erste Kontakte zum Team des Bunten Kreises statt.

„Zuhause haben die Eltern erstmalig die alleinige Verantwortung für ihr Kind, welches zuvor meist über viele Wochen intensivmedizinisch versorgt worden ist. Diese Phase ist oft von Unsicherheiten und Ängsten geprägt“, erklärt Catrin Capell, Diplom-Sozialpädagogin und Leiterin des Bunten Kreises. Es sei ein großer Vorteil, dass dem Bunten Kreis die Geschichte der Familie schon aus dem stationären Aufenthalt bekannt sei und Informationslücken so vermieden werden können.

Wie die zuständige Kinderkrankenschwester Miriam Feldmann erläutert, leistet der Bunte Kreis im Anschluss an den stationären Aufenthalt Hausbesuche, koordiniert die medizinische Versorgung mit den niedergelassenen Kinderärzten und betreuenden Ambulanzen und begleitet bei Bedarf die Arztbesuche. Zudem unterstützt der Bunte Kreis beim Verständnis der Erkrankung, leitet die Eltern in der Nutzung der notwendigen medizinischen Geräte an und stellt Kontakte zu weiteren möglichen Helfern her.

Dabei ist neben aller Organisation auch immer wieder Zeit, um die Eltern im Gespräch emotional zu stärken und damit die Grundlage für die optimale Entwicklung des Kindes zu bilden. „Viele Eltern erleben den Bunten Kreis als Rettungsanker in einer für sie sehr belastenden Zeit und sind sehr dankbar für die Unterstützung“, berichtet Miriam Feldmann. „Fast allen ist es ein Anliegen, über das Erlebte zu sprechen. Auch hierfür ist Raum in der Nachsorge.“

„Fünf Jahre Bunter Kreis haben gezeigt, dass ein derart gestärktes Familiensystem maßgeblich zu einem guten Behandlungsverlauf beiträgt und medizinische Erfolge sicherstellen kann“, sagt Dr. Stefan Grothe, verantwortlicher Chefarzt des Sozialpädiatrischen Zentrums. Er betont die Wichtigkeit: „Wir sind stolz darauf, so ein wichtiges Angebot am St.-Marien-Hospital bereitzuhalten.“