Bürgermeisterwahl Düren 2020: Wer folgt auf Paul Larue?

Bürgermeisterwahlen in Düren 2020 : Wer bringt sich nach Larues Entscheidung in Position?

„Respekt“ – dieses Wort kam fast allen Vertretern der Dürener Lokalpolitik über die Lippen, als sie von der Entscheidung des Dürener Bürgermeisters Paul Larue hörten. Der 63-Jährige verzichtet 2020 auf eine fünfte Kandidatur. „Ich kann nachvollziehen, dass er nach dann 21 Jahren einen Schlussstrich zieht, auch wenn ich weiß, dass viele das bedauern“, sagte CDU-Fraktionschef Stefan Weschke. Aber was jetzt? Wer schickt sich an, Nachfolgerin oder Nachfolger von Larue zu werden? Bislang gibt es einen ernsthaften Anwärter: Thomas Floßdorf (CDU).

„Im Frühjahr habe ich deutlich gemacht, dass ich zur Verfügung stehen werde, wenn der Fall eintreten sollte, dass Paul Larue nicht wieder antritt. Ich hatte damit gerechnet, dass er weitermacht“, erklärte Floßdorf, der Vorsitzender des Stadtverbandes der Union ist. Insofern habe es ihn emotional bewegt, als ihn Larue am Dienstag informierte. „Wir haben uns Gedanken im Vorfeld gemacht. Der Vorsitzende hat das Recht des ersten Zugriffs und hat den Hut in den Ring geworfen. Wir sind vorbereitet“, sagte Stefan Weschke. Am 23. Oktober wird es bei der CDU eine Parteivorstandssitzung und sicher eine Debatte über den oder die Kandidaten geben. Am 9. Januar will die Partei sowohl für die Bürgermeister- als auch die Stadtratswahl die Kandidaten aufstellen.

„Möglichst wenige“ Gegenbewerber

Einen solch konkreten Zeitplan haben die Parteien der „Ampel-plus“-Koalition noch nicht. Bis Dienstag war unklar, ob der Amtsinhaber noch einmal antritt. Und Grünen-Fraktionschefin Verena Schloemer erklärt ehrlich, dass es eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit der Wiederwahl von Paul Larue gegeben hätte, „jetzt ist die Situation eine andere“. Sowohl Schloemer als auch SPD-Fraktionschefin Dagmar Nietan, Valentin Veithen (Linke) und Hubert Cremer (FDP) eint ein Gedanke: Sie wollen nach Möglichkeit der CDU einen gemeinsamen Personalvorschlag entgegensetzen. Liberale und Linke werden nach Angaben ihrer Fraktionschefs auf eigene Kandidaten verzichten Veithen: „Er wäre chancenlos.“ Hubert Cremer sagte: „An der Stelle gemeinsam vorzugehen, ist doch total nachvollziehbar.“ Ein oder eine „Ampel“-Bewerber(in) hätte wohl eine realistische Chance am 13. September 2020. Dagmar Nietan: „Wenn wir nicht einem CDU-Kandidaten den roten Teppich ausrollen, sollte es möglichst wenige Gegenkandidaten geben.“

Ob sich ein solcher Mensch aber findet, mit dem SPD, Grüne, Linke und FDP leben können, steht auf einem anderen Blatt. Wie in gut unerrichteten Kreisen zu erfahren war, gab es schon Dissens bei einem möglichen Anwärter aus den Reihen der SPD, bei dem sich die Grünen nicht wiedergefunden hätten, die eine gewisse Tradition pflegen, bei Personalwahlen eigene Bewerber aufzustellen. Verena Schloemer hat schon zwei Mal kandidiert, hofft aber nun persönlich, dass es ein gemeinsames „Ampel“-Angebot geben wird. Valentin Veiten sieht bei den Kräfteverhältnissen im Rat die SPD gefordert, „jemanden zu finden, der von allen akzeptiert wird“.

AfD-Fraktionschef Bernd Essler war am Mittwoch nicht zu erreichen. In der Vergangenheit haben die Rechtspopulisten häufig eigene Bewerber benannt.

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