Nideggen: Bürgerinitiative „Rettet den Eschauel“: Kritik an Gutachten

Nideggen : Bürgerinitiative „Rettet den Eschauel“: Kritik an Gutachten

Harsche Kritik übt die Bürgerinitiative „Rettet den Eschauel“ an der Alternativenprüfung für das geplante Kletterwald-Projekt im Bereich Eschauel. Das Gutachterbüro hatte fünf weitere mögliche Standorte im Stadtgebiet untersucht.

Die Schlussfolgerung der Gutachter, der Bereich Eschauel sei für den Kletterwald der geeignetste Standort, ist aus Sicht der Bürgerinitiative nicht nachvollziehbar. „Entscheidende Tatsachen werden im Gutachten ausgespart, in relevanten Punkten wird nicht das berücksichtigt, was tatsächlich ist. Auf diese Weise entsteht nicht nur ein unzureichender, sondern auch ein falscher Eindruck, wie die Alternativflächen im Rahmen des gestellten Auftrages zu bewerten sind“, heißt es in einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative unter anderem.

Gerade mit Blick auf die Alternative im Bereich der Jugendherberge spricht die BI von einem Verfahrensmangel: „Unterschlagen wird zum Beispiel unter dem naturschutzrechtlichen Prüfungskriterium, dass in dem angrenzenden Naturschutzgebiet in 95 beziehungsweise 170 Metern Entfernung Luftlinie seit Jahren die geschützten Buntsandsteinfelsen zum kontrollierten Klettern von der Stadt Nideggen freigegeben und beworben werden.“ 6000 Kletterer würden dieses Areal im Jahr nutzen. „Im Gegensatz dazu ist das Waldgebiet in Eschauel unberührt und beheimatet geschützte Pflanzen und Tiere“, betont die BI.

Touristische Gesichtspunkte

Auch unter touristischen Gesichtspunkten würde sich die Alternative im Bereich der Jugendherberge anbieten. „Der Standort erweist sich als stark genutztes Erholungsgebiet mit Nationalparktor-Infopunkt, einer Dauerausstellung, einem Aufenthaltsplatz mit Spielgeräten und einem Sportplatz nebst Grillhütte sowie einem dort gelegenen Restaurant. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Buntsandsteinfelsen mit insgesamt 200 Klettertouren im Bereich Nideggen. Zudem sind Wald und Aussichtsplatz und ein in der Nähe gelegener Skulpturen-Kurpark weitere Anziehungspunkte für Touristen.

Der Standort Nideggen mit seinen diversen Highlights ist also umfassend touristisch erschlossen und damit für die Stadt und einen Kletterwaldbetreiber erheblich profitabler als das weitab liegende Eschauel am Rursee“, glaubt die Bürgerinitiative, die den Kletterwald an dieser Stelle als „eine wünschenswerte Ergänzung für Klettereinsteiger zu den schon vorhandenen Kletterfelsen für Profikletterer“ bezeichnet.

Auch die Sozialverträglichkeit eines Vorhabens sollte bei den Planungen nach Ansicht der Bürgerinitiative eine Rolle spielen: „In den letzten zwei Jahren ist der große Widerstand gegen das geplante Projekt in Eschauel immer stärker geworden. Ein Kletterwald in Eschauel ist nicht sozialverträglich und wird es auch in Zukunft wohl nicht sein können.“ Auch hier spräche alles für den Nideggener Standort.