Düren: Bürgerinitiative fragt: Droht Kreuzau mehr Gestank?

Düren: Bürgerinitiative fragt: Droht Kreuzau mehr Gestank?

Etwa 85 Kreuzauer Bürgerinnen und Bürger hatten sich am Freitag im Bürgerhaus ihrer Gemeinde eingefunden, darunter auch einige Politiker des örtlichen Gemeinderats. Alle wollten Informationen über den Antrag der Recyclinganlage Niederauer Mühle, der am Donnerstag zuvor im Umweltausschuss verhandelt wurde.

Konkret ging es um den Antrag der Werksleitung, auf der neu installierten Papiermaschine (PM3) nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, Altpapier, sondern Tetra Packs zu verarbeiten. Es wird erwartet, dass dadurch die Geruchsbelästigung für die Anwohner durch die Ausdünstungen der Anlage, aber auch durch erhöhtes Verkehrsaufkommen enorm steigen wird.

Schon im Jahr 2006 hatte das Werk mit der Verarbeitung von Kunststoff-Müll begonnen, was zur Folge hatte, dass die Luft in Kreuzau schlechter wurde. Im Jahr 2009 gründete sich dann die Bürgerinitiative „Saubere Luft” in der Gemeinde, die versuchte, auf die Missstände aufmerksam zu machen. Mittlerweile zählt die Initiative 63 Mitglieder. „Teilweise war es unmöglich, nach draußen zu gehen. Das Einzige, was gegen den Gestank half, war: Fenster schließen und in die Eifel fahren”, äußert sich Fritz Böhm, einer der Gründungsväter der Initiative zur Situation.

Das Unternehmen hatte im Februar 2011 versucht, den Antrag zur Umstellung der PM3 bei der Bezirksregierung Köln ohne Anhörung der Anwohner durch zu bringen, was aber scheiterte. Nun wird das Vorhaben öffentlich diskutiert - am 5. Mai im Umweltausschuss konnten die Mitglieder der Bürgerinitiative erfreut feststellen, dass Politiker sämtlicher Richtungen aus BI-Sicht nun endlich das Problem erkannt hätten und sich alle stark machten gegen den Antrag der Niederauer Mühle. Die verfasste Stellungnahme wird am Mittwoch, 11. Mai, im Gemeinderat verabschiedet und in einem weiteren Schritt der Bezirksregierung Köln übermittelt.

Zusätzlich sind alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Kreuzau aufgerufen, eigene Einsprüche bis zum 24. Mai nach Köln zu senden. Vorformulierte Schreiben hatte die Bürgerinitiative „Saubere Luft” vorbereitet. Alle Einsprüche werden am 14. Juli in der Festhalle Kreuzau unter der Leitung der Bezirksregierung Köln verhandelt.

Die Gemeinde befindet sich laut BI in einer Zwickmühle: Auf der einen Seite tue das Werk der Kommune sehr gut und sei wichtig, auf der anderen Seite wollten sich die Anwohner nicht mehr auf der Nase herumtanzen lassen und eine weitere Erhöhung der Geruchsbelästigung zulassen.