Düren: Bürger müssen für Einbrüche zahlen

Düren: Bürger müssen für Einbrüche zahlen

Die Beute ist meist gering, der angerichtete Schaden dafür um so größer. Immer häufiger werden die Kindergärten in der Region Ziel von Einbrechern.

In den vergangenen zwölf Monaten musste das Dürener Jugendamt elf Einbrüche in Kindergärten der Stadt registrieren. Eine Kita war sogar fünf Mal das Ziel von Kriminellen.

„Dabei ist in einem Kindergarten doch gar nicht so viel zu holen”, sagt Pressesprecher Helmut Göddertz. Das bemerken dann wohl auch die Täter, wenn sie nachts auf der Suche nach Wertgegenständen in das Gebäude eingedrungen sind. Ihren Frust lassen sie dann oft am Mobiliar aus. Göddertz: „Wir haben jedes Mal einen hohen Sachschaden zu beklagen.”

Gleiches gilt für die Kindergärten der Arbeiterwohlfahrt in der Stadt. Sieben Einbrüche in sechs Wochen musste Fachberaterin Elfriede Nöldgen zählen. Während die Täter in der Villa Kunterbunt in Rölsdorf zumindest noch das Geld vom voraus gegangenen „Zirkusfest” erbeuteten, gingen sie ansonsten meist leer aus.

Viel schlimmer ist dann das Chaos, dass die nächtlichen Besucher hinterlassen. In der Villa Kunterbunt wurden die Scheiben eingeschlagen. In einer Einrichtung in Berzbuir traten die Täter zahlreiche Türen ein. Kaum waren diese repariert, kamen die ungebetenen Besucher wieder.

In der AWO-Kreisverwaltung in der Marie-Juchacz-Straße in Düren (von hier werden die Kindergärten betreut) zerstörten Einbrecher sechs Türen sowie Fenster und die Jalousien. Alle Schreibtische wurden aufgerissen. Die Täter nahmen vier Monitore und das Geld für Ferienmaßnahmen mit. „Seither”, so Nöldgen, „haben wir nur noch maximal 100 Euro im Haus.”

Zwar zahlt die Versicherung zunächst den Vandalismusschaden. Doch wird bei Wiederholung oft eine erhöhte Prämie fällig. Das heißt: Der Bürger kommt am Ende doch für den Schaden auf, den Einbrecher mutwillig anrichten. Weiterer Aspekt: Das Kindergartenpersonal fühlt sich in seinen Räumen nicht mehr sicher. Göddertz: „Die Angestellten schließen morgens schon mit einem mulmigen Gefühl im Magen die Tür zum Kindergarten auf.”

Um den Einbrechern das Handwerk zu legen, werde die Stadt ihre Kindergärten demnächst mit Alarmanlagen ausrüsten, kündigte Göddertz an.