Hürtgenwald: Bürger melden Protest gegen Sendemast-Standort an

Hürtgenwald : Bürger melden Protest gegen Sendemast-Standort an

Die kommende Ratssitzung der Gemeinde Hürtgenwald könnte turbulent werden. Am Donnerstag wollen sich gleich mehrere Bürgergruppen ins Rathaus begeben, und dort ab 18 Uhr ihrem Ärger Luft machen.

Zunächst sind es die Bürger aus Gey, die verhindern wollen, dass im Bereich verlängerte Feld- sowie Eifel- und Bergstraße aus Wiesen Bauland wird. Schon mehrfach hat der „Bebauungsplan C4”, wie die Angelegenheit im Rathaus heißt, die Bürger auf die Palme gebracht. Statt von 60 ist jetzt zwar von deutlich weniger Häusern die Rede, aber die Bürger sind trotzdem sauer.

Sie sehen wegen der Wirtschaftskrise keine Notwendigkeit, Bauland anzubieten. Junge Familien könnten sich keinen Hausbau leisten, und es fehlten auch die Kindergartenplätze. Außerdem seien die Zufahrtsmöglichkeiten zu dem Gelände problematisch. Das Gelände sei zudem isoliert vom Rest der Bebauung, es würden deshalb, wenn überhaupt, ghettoähnliche Zustände entstehen.

Unterstützt werden die Beschwerdeführer von Umweltschützern, die schwerwiegende Eingriffe in die Natur, zum Schaden geschützter Tiere, befürchten. Streuobstwiesen und verschiedene Vogelarten seien in Gefahr, so teilte der BUND mit. Die Bürger fordern, dass die Politiker darauf verzichten, das Gelände in Gey als Baugebiet auszuweisen.

Im Rat wird ein weiterer Bebauungsplan zur Diskussion stehen. Er betrifft Germeter in Vossenack. Dort soll es demnächst gestattet sein, mehr Häuser als bisher vom Typ „Bungalow” zu errichten. Dieser Haustyp erfreut sich größter Beliebtheit, weshalb man mit einer Bebauungsplanänderung der Vorliebe der Bauherren entgegenkommen will. Auch damit ist, wie man hört, nicht jeder Anwohner einverstanden.

Weiterhin erregt ein Mobilfunkmast, den die Firma O2 am Rande der Gemeinde Vossenack errichten will, den Unmut der Bürger. Sowohl der Eifelverein von Vossenack als auch der Geschichtsverein von Hürtgenwald und mehrere einzelne Bürger haben in den letzten Tagen das Thema diskutiert. Am Dienstag und Mittwoch wurden Flugblätter verteilt mit der Aufforderung: „Kommen Sie um 18 Uhr zur Ratssitzung.”

Gewünscht wird, dass der neue, 35 Meter hohe Stahlgittermast unbedingt nicht da errichtet wird, wo O2 ihn hinstellen will: im Bereich der Einmündung Wittscheidter Straße in der Pfarrer-Dickmann-Straße (L218).

Der Geschichtsverein hat bereits einstimmig beschlossen, diesen Standort abzulehnen. Begründung: Der Anblick von Vossenack als Erholungsort werde erheblich beschädigt. Der Eifelverein schlägt zwei alternative Standorte vor: die Gewerbefläche des Pelletswerks oder Mitbenutzung des schon vorhandenen Funkmastes bei Raffelsbrand.

Den Bürgern ist eines wichtig: Der Betreiber muss normalerweise bei Protesten nachweisen, dass es keinen Sinn macht, seine Anlage an einem anderen Standpunkt zu errichten. Diesen Nachweis vermissen die Bürger.

Mehr von Aachener Nachrichten