Düren: Bürger fürchten Einschränkungen durch Einriss der Bismarckbrücke

Düren : Bürger fürchten Einschränkungen durch Einriss der Bismarckbrücke

Die Stimmung ist aufgeladen, hitzig. Etwa 80 Besucher sind einer Einladung der Dürener SPD gefolgt, um sich über die geplante Sanierung der Bismarckbrücke und die Kanalbauarbeiten auf der Tivolistraße zu informieren. Das Bauwerk muss abgerissen werden, weil es marode ist.

Eine Behelfsbrücke, wie seinerzeit beim Neubau der Johannesbrücke an der Aachener Straße soll es nicht geben. Die Kosten, so die CDU-Mehrheitsfraktion in Düren, seien zu hoch: rund 500.000 Euro.

„Eigentlich müsste die Verwaltung Sie heute hier informieren”, sagt Sozialdemokrat Friedhelm Wirges. Baudezernent Hans Wabbel, so Dürens SPD-Chef Ulf Opländer weiter, sei zu eingeladen worden, hätte aber abgesagt. Bürgermeisterkandidat Henner Schmidt betonte, dass eine Behelfsbrücke keineswegs fast 500.000 Euro kosten müsse und die Stadt außerdem Zuschüsse beantragen könnte.

Rund 20.000 Fahrzeuge müssten während der Bauphase umgeleitet werden. „Das wird zu einem Problem für ganz Düren und ist so ohne weiteres nicht möglich”, so Schmidt. Und auch Rettungsfahrzeuge hätten unter Umständen während der Bauphase ein Problem, rechtzeitig zu ihrer Einsatzstelle zu kommen.

Bert Spies, der in der Nähe der Brücke einen Elektrogroßhandel mit 50 Mitarbeitern führt, fürchtet den Verlust eben dieser Arbeitsplätze. „Unsere Kunden können uns demnächst nicht mehr erreichen. Aber das nimmt die Stadt einfach hin. Das finde ich ungeheuerlich.” Auch AWO-Vorsitzender Johannes Veith sieht sich und seine Geschäftsstelle in der Marie-Juchacz-Straße betroffen: „Wir sind demnächst von der Außenwelt abgeschnitten. Zu uns kommt keiner mehr hin.”

Die Geschäftsleute haben 1200 Unterschriften gesammelt, die sie am Mittwoch an Bürgermeister Paul Larue übergeben wollten. „Wir müssen ganz massiv Druck ausüben”, so Anwohner Gerhard Fiedler. „Uns drückt der Schuh hier in Düren ganz gewaltig.” In einem zweiten Schritt fordern die Anwohner „endlich eine angemessene und umfassende Information”.