Düren: „Brings“ zeigen sich feierfreudig, tanzwütig und textsicher

Düren : „Brings“ zeigen sich feierfreudig, tanzwütig und textsicher

Besser hätte das von unserer Zeitung präsentierte Jubiläums-Mundartfestival der AG Schnüss am Freitagabend im Willy-Brandt-Park nicht starten können: Rund 3000 Fans feierten mit der Kölner Kultband „Brings“ im großen Zirkuszelt eine „Superjeile Zick“. Klar, dass die Truppe um Peter und Stephan Brings all‘ ihre großen Hits im Gepäck hatte.

Egal, ob „Poppe, Kaate, Danze“, „Liebe gewinnt“, „Halleluja“, „Nur nicht aus Liebe weinen“ und „Kölsche Jung“ — dass Dürener Publikum erwies sich als äußerst feierfreudig, tanzwütig und textsicher. „‚Brings‘ ist meine absolute Lieblingsband“, sagte Marita Kugler, die Freitagabend wie ganz viele andere auch im typischen, rot-karierten „Brings“-Look gekommen war. „Das ist Musik, zu der man richtig abrocken kann.“ So wie Kugler sahen das offensichtlich viele. Schon beim ersten Lied gab es keinen, der nicht tanzte und klatschte. „Düren, ihr seid super“, freute sich dann auch Sänger Peter Brings.

Eröffnet worden war der Abend mit den „Schweess Fööss“, die vor 25 Jahren mit der Band „Echte Fründe“ das Festival ins Leben gerufen haben. Und eigentlich wollte „Schweess Fööss“-Sänger und Mundartfestival-Urgestein Addy Clemens noch eine Zugabe ankündigen, als plötzlich der komplette AG Schnüss-Vorstand auf der Bühne stand — mit einer dicken Überraschung für den Chef. „Es gibt auch Vorstandssitzungen ohne Vorsitzenden“, sagte Gerd Suhr und lachte. „Wir wollen heute Abend Addy Clemens zu unserem Ehrenmitglied machen.“ Die Überraschung ist gelungen. „Damit hätte ich nie gerechnet“, betonte der Mitbegründer des Mundartfestivals. „Wahnsinn“.

Dass sich das Festival einmal so entwickeln würde, hätten er und seine Mitstreiter vor 25 Jahren nicht zu träumen gewagt, sagte Clemens. Das erste Festival hätte nur einen Nachmittag gedauert. Clemens. „Unsere Beständigkeit hat sich ausgezahlt. Wir sind in Düren angekommen. Heute feiern wir drei Tage, und die Leute sind absolut begeistert.“ Es sei die Mischung aus regionalen Bands und echten Knüllern wie „Brings“, die dem Publikum gefallen würde. „Wir hören immer wieder, dass die Menschen froh sind, für ein Konzert einer bekannten Band eben nicht nach Köln fahren zu müssen, sondern in Düren bleiben zu können.“

Hinzu komme, dass Mundart-Musik nichts an ihrer Attraktivität verloren habe, im Gegenteil. „Manchmal habe ich das Gefühl, dass Mundart-Musik immer beliebter wird. Die Lieder sprechen alle Generationen an. Die Leute bekommen Lust zum Feiern. Bei richtig guten Konzerten entsteht ein riesiges Wir-Gefühl. Das kommt einfach gut an.“ Und genau so war es bei „Brings“ Freitagabend auch.

Am Samstag geht das Festival ab 18 Uhr weiter, am Sonntag, 26. August, gibt es ab 12 Uhr mehr als sechs Stunden Livemusik.

(kin)