Brettspiel leitet „Wildnis-Trail“ quer durch den Nationalpark Eifel

Erfunden in Vlatten: Mit Brettspiel auf dem „Wildnis-Trail“ quer durch den Nationalpark Eifel

Was ist das Gold der Eifel? Wann wurde das Kloster Mariawald gegründet? Welcher Fußballverein trägt die Farben des Feuersalamanders? Diese und 211 andere Fragen rund um den Nationalpark, die Eifel, Tiere und Pflanzen sind Teil des neuen Spiels zum Wildnis-Trail, einem Wanderweg durch den Nationalpark Eifel.

Die Idee zum Spiel hatte Detlef Schumann aus Vlatten. Schumann arbeitet als Servicekraft des Rureifel-Tourismus im Nationalpark-Tor in Nideggen. „Ein Ehepaar, das den Wildnis-Trail gegangen war, wollte ein Souvenir für Kinder und Enkelkinder kaufen, etwas Aktives, ein bisschen vom Wildnis-Trail zum Mitnehmen. Aber so etwas hatten wir nicht“, erklärt Schumann. Der Gedanke ging dem Vlattener nicht aus dem Kopf – und nachts kam die Idee: „Wir brauchen ein Wildnis-Trail-Spiel.“ Doch bis aus der Idee ein marktreifes Spiel wurde, sind Jahre vergangen.

Nach zwei Nächten mit wenig Schlaf stand das Konzept, nach ein paar Wochen Recherche und einem halben Jahr Tüftelei der Prototyp. Bei der Nationalparkverwaltung, dem Verein Rureifel-Tourismus und dem Förderverein des Nationalparkes kam die Idee gut an, zumal die Umweltbildung im Vordergrund steht. Es folgten zwei Jahre „Feinarbeit“, die Entwicklung von vielen Fragen, Ereigniskarten und viele Test-Spiele-Runden.

Als Detlef Schumann das erste fertige, beim Spieleverlag Ravensburger gedruckte Spiel in den Händen hielt, standen ihm Tränen der Rührung in den Augen. Und natürlich wurde mit der Familie gleich gespielt. „Und gewonnen hat doch tatsächlich ein Verwandter aus Hamburg“, sagt Schumann lachend.

Sabine Wichmann vom Förderverein des Nationalparks, Spiel-Erfinder Detlef Schumann, Michael Lammertz vom Nationalpark und Gotthard Kirch (Rureifel-Tourismus) haben Spaß an dem Spiel, das auch mit nur zwei Spielern klappt. Foto: ZVA/Sarah Maria Berners

Beim Spiel gehen die Spieler auf dem Wildnis-Trail von Monschau-Höfen nach Hürtgenwald-Zerkall. Um weiterziehen zu können, müssen sie Fragen richtig beantworten, drei Auswahlmöglichkeiten stehen ihnen dabei zur Verfügung. Bei dem Spiel kann man jede Menge lernen oder sich als Eifel-Experte über sein Heimatwissen freuen. Profis können die Fragen auch sofort beantworten. „Das Spiel lässt Freiraum, die Regeln abzuwandeln“, erklärt Schumann. „So etwas mache ich auch selbst immer gerne.“ Und natürlich werden dem spielenden Wanderer auch Hindernisse in den Weg gelegt – in Form von Ereigniskarten: Diese schicken die Wanderer auf Umwege oder gleich zurück zum Startpunkt, weil sie ihren Rucksack im Nationalparktor in Höfen vergessen haben. Oder aber sie werden von einem Ranger beim Blumenpflücken im Nationalpark ertappt und müssen eine Runde aussetzen.

2000 Spiele

2000 Spiele umfasst die erste Auflage, der Förderverein des Nationalparks hat dafür 20.000 Euro investiert, hinzu kommen ehrenamtliche Arbeit und hauptamtliche Stunden der Nationalparkverwaltung und des Vereins Rureifel-Tourismus. Empfohlen wird das Spiel für Menschen von 6 bis 99 Jahren, mit Blick auf die Fragen ist diese Grenze aber sehr tief angesetzt.

Das Spiel „Spur der Wildnis“ ist in den Nationalparktoren für 20 Euro erhältlich.

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