Düren: Braucht Düren einen Skulpturen-Park?

Düren : Braucht Düren einen Skulpturen-Park?

Die Neugestaltung des Theodor-Heuss-Parks im neuen Bismarck-Quartier ist noch nicht fertiggestellt, da denkt Architekt Prof. Wolfgang Meisenheimer schon einen Schritt weiter: Er sieht auf diesem prominenten Platz einen Skulpturenpark und wirbt für seine Idee.

„Die schöne große Rasenfläche mit umlaufender Stufe, Wasserfläche und Hochbaumbeständen ist eine willkommende ‚grüne Lunge‘“, sagt Meisenheimer und lobt ausdrücklich den von Landschaftsarchitekt Michael Reepel vorgestellten Entwurf, der derzeit umgesetzt wird. Speziell die Idee von Reepel, die Rasenfläche einzurahmen, hält Meisenheimer für eine besondere Idee. Er möchte aber gerne noch einen Schritt weiter gehen. „Wenn man diesen Sockel an vielleicht acht oder neun Stellen etwas breiter und höher machen würde, könnte man ihn für Skulpturen nutzen.“ Und hätte so den neu gestalteten Park um eine soziale und vor allem kulturelle Komponente erweitert.

Vom hohen Sockel holen

Meisenheimer geht es dabei gar nicht um einen neuen Künstlerwettbewerb, ihm liegt viel eher etwas daran, Skulpturen, die derzeit noch in Archiven der Stadt schlummern, nach und nach so wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auch bei der aktuellen Diskussion um die Frage, ob das Bismarck-Denkmal wieder an seinen alten Standort zurückkommen soll, hält Meisenheimer den eher niedrigen Sockel in einem Skulpturen-Park für eine ideale Kompromisslösung: „Man würde die Figur des Bildhauers Joseph Uphues dann eher als bildhauerisches Objekt verstehen, weil sie nicht überhöht auf einem hohen Sockel steht.“

Es müsse auch gar nicht jeder Sockel belegt sein, sagt Meisenheimer, der aber glaubt, dass der Park durch die Kunstobjekte eine andere Atmosphäre erhalten würde. Sinnvoll sei es aber jetzt, eine Entscheidung herbeizuführen, um nicht den fertiggestellten Sockel dann mit höherem Kostenaufwand zu erweitern. Auf Zurückhaltung stößt Meisenheimers Idee allerdings bei Baudezernent Paul Zündorf, der das als „Abänderung des Entwurfs von Reepel“ versteht. „In der Realisierungsphase ist das abwegig“, sagt Zündorf. Und: „Ein Skulpturen-Park sollte Gegenstand eines Künstlerwettbewerbs sein und nicht einem architektonischen Vorschlag folgen.“ Zündorfs Vorschlag: Den Entwurf jetzt plangetreu umzusetzen und dann schauen, wie die Fläche bespielt wird.

Gespräch mit Hotelbetreiber

In einem anderen Punkt liegen Meisenheimer und Zündorf hingegen näher beeinander. Der Dürener Architekt hatte vor genau zwei Jahren vorgeschlagen, im Heuss-Park die frühere Milchbar wieder aufleben zu lassen und den Entwurf einer modernen Variante vorgestellt — eine Mischung aus Kunstwerk und Gebäude. Der Platz für dieses Gebäude wurde in der Planung auch berücksichtigt und entsprechend freigehalten. Unklar ist aber, ob sich ein Investor findet, der das Projekt realisiert. Baudezernent Paul Zündorf: „Ich habe vorgeschlagen, das Gespräch mit dem Hotelbetreiber zu suchen.“ Immerhin würde das zu kurzen Laufwegen führen.