Blauzungenkrankheit: Engpässe beim Impfstoff

Blauzungenkrankheit : Der Impfstoff für die Tiere ist knapp

Zwar ist im Kreis Düren selbst noch kein Fall der Blauzungenkrankheit aufgetreten, „aber die Landwirte tun alles, damit das auch so bleibt“, sagt Erich Gussen, Vorsitzender des Bauernverbandes im Kreis Düren.

Der Kreis Düren gehört seit knapp einer Woche zu dem Sperrgebiet für Wiederkäuer (Kühe, Schafe, Ziegen), das Teile von NRW betrifft, weil in Rheinland-Pfalz Fälle der Blauzungenkrankheit aufgetreten sind. Solch ein Sperrgebiet hat zur Folge, dass Tiere nicht mehr ohne Weiteres vermarktet, also tranportiert werden können. „Die Dokumentation, die Bürokratie wird jetzt mehr. Die Situation macht sich bemerkbar, sie ist aber zu handhaben“, sagt Kreislandwirt Erich Gussen.

Zwar ist im Kreis Düren selbst noch kein Fall der Krankheit aufgetreten, „aber die Landwirte tun alles, damit das auch so bleibt“. Die Blauzungenkrankeit ist mit der Grippe beim Menschen vergleichbar: Tiere bekommen Fieber, machen einen schlappen Eindruck und sind weniger leistungsfähig, produzieren also weniger Milch.

Ein Symptom ist die blaue Zunge. „Die Krankheit ist unangenehm, aber nicht zu vergleichen mit Viruserkrankungen wie der Maul- und Klauenseuche, bei der die Tiere unter Quarantäne gestellt werden müssen“, betont Gussen. „Den Kreis Düren betrifft das aktuelle Problem ohnehin nicht so stark, weil gut 80 Prozent der Landwirte hier Ackerbau betreiben“, erklärt Erich Gussen. „In der Städteregion Aachen dagegen sieht das aber schon ganz anders aus.“ Die Anzahl der Milchviehbetriebe im Kreis liegt bei unter 70, die größte Dichte ist in der Gemeinde Hürtgenwald.

Die erste Maßnahme zum Schutz vor der Blauzungenkrankheit ist die entsprechende Impfung, nur ist die Nachfrage in den letzten Tagen derart hoch, dass es Engpässe bei der Lieferung des Impfstoffes gibt. Die Krankheit, die für den Menschen ungefährlich ist, wird von Stechmücken übertragen. Noch ist es kalt, aber für das Frühjahr müssen die Landwirte gewappnet sein. Finanziell unterstützt wird die Immunisierung von der Tierseuchenkasse. Bis fünf Euro plus Tierarztkosten bleiben dann noch übrig, die der Bauer pro Impfdurchgang einplanen muss, zwei sind notwendig. Bis die Tiere nach der Impfung immun sind, dauert es ein paar Wochen.

Die letzten schweren Fälle der Blauzungenkrankheit im Kreis Düren wurden ab Sommer 2006 bis 2007 bekannt. Damals gab es 171 Ausbrüche, viele Tiere mussten getötet werden.

(cro)
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