Birkesdorf: Blasorchester Birkesdorf überzeugt mit neuem Dirigenten

Birkesdorf: Blasorchester Birkesdorf überzeugt mit neuem Dirigenten

Eine sehr turbulente Zeit haben die fast 100 Aktiven des Blasorchesters Birkesdorf hinter sich. Dennoch gelang den Musikern unter ihrem neuen Dirigenten Thijs Zenden, am Samstagabend in der Festhalle eine fantastische Konzertleistung.

Die Vorgeschichte: Anfang Mai legte Dirigent Martin Schädlich nach Absprache seine Arbeit nieder. Übergangsweise wollte der langjährige Dirigent des Orchesters und Gürzenich-Klarinettist, Ekkehardt Feldmann, wieder den Stab übernehmen und das Orchester zum 44. Konzert führen. Feldmann erstellte ein Programm und begann mit den Proben, erkrankte dann jedoch. Die Instrumentalisten mit ihrem Vorsitzenden Ralf Dauvermann hatten zu diesem Zeitpunkt per Inserat über eine Fachzeitschrift bereits einen neuen Dirigenten gesucht. „Sieben Kandidaten meldeten sich bei uns, fünf haben wir zu einem Probedirigat eingeladen.“ Das Rennen machte Thijs Zenden aus Kerkrade. Der studierte Hornist und ausgebildete Blasmusikdirigent überzeugte nicht nur mit seinen fachlichen Qualitäten. Vor allem seine menschlich unkomplizierte Seite wussten die Birkesdorfer Akteure schnell zu schätzen. Der Niederländer hatte überhaupt kein Problem damit, Feldmanns Programm zu übernehmen.

„Holland war in Not“, beschrieb der Moderator des Abends, Dr. Peter Schroth, zu Konzertbeginn noch einmal die Lage. Doch zum Glück sei eben ein Holländer gekommen und habe das Ruder herumgerissen.

Nach dem Marsch „Hands across the Sea“, 1899 geschrieben von John Philip Sousa, folgte das hochanspruchsvolle Werk „Danzon No. 2“ des Mexikaners Arturo Márquez. Die zehnminütige sinfonische Blasmusik, angefüllt mit hinreißenden spanischen und kubanischen Rhythmen und Melodien, hievte die Registerführer solistisch auf die höchste Ebene der Orchestermusikerarbeit. Triolisch hielten die Solisten streckenweise gegen die Tuttiblöcke, die Schlagzeuger griffen zu den unterschiedlichsten Percussion-Instrumenten.

Nach diesem rasanten Stück wurden die ersten Bravo-Rufe laut. Auch die weiteren Stücke überzeugten: So die Musik aus dem Film „Die Unbestechlichen“ (The Untouchables), die der Star-Komponist Ennio Morricone zu Papier gebracht hatte. Dann die Originalkomposition für Blasmusik „Fanfare, Romance and Finale“ von Philip Sparke und der „Feierliche Einzug“ von Richard Strauss. Erst nach mehreren Zugaben durften die Akteure von der Bühne gehen.

Thijs Zenden überzeugte während des Konzerts durch ein sehr akkurates und sauberes Dirigat. Er legt eine klare, homogene Körpersprache an den Tag und brauchte keine großen Gesten, um seine Intention darzulegen.

Ebenfalls viel Applaus erhielt der Nachwuchs unter der Leitung von Biljana Weidlich, der sich mit Stücken wie „El Condor Pasa“ und der humorvollen „Body Percussion“ empfahl. In diesen jungen Leuten steckt großes Potenzial.