Kreis Düren: Birkesdorfer Pfarrer wird neuer Regionalvikar

Kreis Düren : Birkesdorfer Pfarrer wird neuer Regionalvikar

„Ich werde mein Bestes versuchen, um das Amt gut auszufüllen.“ Pfarrer Norbert Glasmacher aus Birkesdorf wird am 1. September neuer Regionalvikar für die Region Düren. Das hat der Aachener Bischof Dr. Helmut Dieser so entschieden.

Die neuen, vom Bischof ernannten Regionalvikare lösen die Regionaldekane ab, die von Priestern und Vertretern der haupt- und ehrenamtlichen Laien gewählt wurden. Auch in Düren hatte es aus den Reihen von Katholiken- und Priesterrat Proteste gegen die neue Struktur gegeben. Immer wieder war im Vorfeld der Ernennung der acht Regionalvikare im Bistum von einem „herben Demokratieverlust“ die Rede.

Bei der Verabschiedung von Hans Doncks, der in den vergangenen fünf Jahren Regionaldekan im Kreis Düren war, war schon die Befürchtung laut geworden, Norbert Glasmacher könne Regionalvikar werden, weil er aufgrund der Tatsache, dass er den päpstlichen Ehrentitel „Monsignore“ tragen darf, ein besonders „bischofstreuer Kandidat“ sei.

„Ich empfinde diese Kritik für mich persönlich, aber auch für das Amt des Regionalvikars, als belastend“, sagt Glasmacher. Er sei bisher kirchenpolitisch in keiner Weise aktiv gewesen. „Die meisten Leute, die jetzt Kritik üben, kennen mich gar nicht. Ich kann nur an alle appellieren, das Positive zu sehen und mit mir zusammenzuarbeiten.“

Als Regionalvikar übernimmt Glasmacher die bisherigen Aufgaben des Regionaldekans, gleichzeitig soll er aber auch den vom Bischof angestoßenen Dialogprozess in die Region tragen. „Das ist eine große Herausforderung“, sagt Glasmacher, „weil auch über diesen Prozess schon viel gesagt und geschrieben wurde, ohne, dass er wirklich begonnen hat.“ Für ihn sei der Dialogprozess eine „echte Chance“. „Der Bischof möchte mit Katholiken, aber auch mit Menschen, die nicht religiös gebunden sind, sprechen.“

Die Region Düren, die von Heimbach bis Titz reicht, ist die größte im Bistum Aachen. „Es muss uns gelingen, den vielen Menschen, die der Kirche kritisch gegenüberstehen, ihre positiven Seiten zu vermitteln.“ Als Beispiel nennt Glasmacher die vielen karitativen Einrichtungen der Kirche. Außerdem sei es wichtig, die Not der Leute zu sehen.

Die Jugend erreichen

Für sein Amt als Regionalvikar gäbe es keine Prioritätenliste. „Ich denke, dass wir noch mehr versuchen müssen, die Jugend zu erreichen. Außerdem müssen die Gemeinden vor Ort gestärkt werden. Aber das sind nur meine Ideen.“ Glasmacher hofft, dass viele Christen der Region trotz aller Vorbehalte bereit sind, mit ihm zusammenzuarbeiten. „Und diese Leute haben sicher auch viele gute Ideen, wie wir uns als Kirche in der Region positionieren müssen. Ich möchte mich anderen Sichtweisen öffnen, zuhören, ins Gespräch kommen. Miteinander statt gegeneinander ist meine Maxime.“

Übrigens, auch das ist neu am Amt des Regionalvikars, wird Glasmacher ab September in einem Team für die Region Düren arbeiten. „Einem sogenannten Regionalteam, das der Bischof noch zusammenstellen wird“, erklärt er. Für den Seelsorger ist das eine sehr gute Lösung. „Weil mein neues Amt mit Hilfe dieses Teams vielfältiger wird. Es gibt eben nicht nur eine, sondern viele Meinungen.“

Warum der Bischof ausgerechnet ihn ausgesucht hat, kann Glasmacher nicht erklären. „Ich weiß es wirklich nicht und habe den Bischof auch persönlich noch nicht getroffen.“ Fakt ist aber, dass alle Priester aufgefordert waren, Vorschläge zu machen. Und Fakt ist auch, dass Glasmacher bei aller Überraschung den Auftrag des Bischofs nicht ablehnen will. „Wenn der Bischof mir etwas aufträgt, tue ich das.“

(kin)
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