Birkesdorf: Birkesdorf: Dürens größter Stadtteil wird noch größer

Birkesdorf : Birkesdorf: Dürens größter Stadtteil wird noch größer

Es ist gerichtet: Zwei Bagger stehen sich mit ein paar Metern Abstand gegenüber und halten ein Transparent, auf dem „Wohnpark Birkesdorf“ steht. Darunter, im Boden, stecken neun Spaten, mit denen gleich ein bisschen Erde bewegt wird. Hinter den Baggern, ausladend, ein weites Feld: neun Hektar Acker. Das sind in etwa neun Fußballplätze.

Die Fläche, die am Montagmittag unter strahlender Sonne liegt, wird bebaut. Deshalb die Spaten. Der Projektentwickler, der Bürgermeister, einige Kommunalpolitiker: Sie sind gekommen, um den symbolischen Esten Spatenstich zu vollziehen.

Spatenstich für den 1. Bauabschnitt. Mit dem 2. Teil des Projekts soll nächstes Jahr begonnen werden. Foto: inla

Bevor es soweit ist, spricht Paul Larue davon, dass der Dürener Stadtslogan „Lebendig, offen, mittendrin“ gelebte Wirklichkeit sei. Düren wachse seit Jahren. Nun kommen in Birkesdorf im Baugebiet „An der Kesselkaul“ noch einmal 500 bis 600 Einwohner hinzu, darunter in etwa 200 Kinder. Diese Zahlen nennt Rolf Tümmler, der Geschäftsführer der Dürener Bauland GmbH, die die neun Hektar erschließt und die Grundstücke verkauft.

110 Einfamilienhäuser, viele davon freistehend, werden entstehen, außerdem 114 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Miet-, Eigentums- und Sozialwohnungen, alles sei denkbar. Im ersten Bauabschnitt werden 70 Grundstücke erschlossen. Sie sind bereits alle verkauft. Junge Menschen hätten gekauft, in den 1980er- und 90er Jahren geboren, sagt Tümmler, sie kämen aus Düren, aber auch aus dem Umland. Es seien Käufer, die zwischen Köln und Aachen arbeiten würden.

Bürgermeister Larue spricht mit Blick auf den Einwohnerzuwachs von einem „strategischen Ziel“. Stadt und Politik haben in den vergangenen Jahren immer wieder betont, dass es wünschenswert sei, wenn Düren größer würde. Auch deshalb wird im Zuge des Masterplanprozesses in der Innenstadt derzeit millionenschwer in die Plätze, Fußgängerzone und Parks investiert. Düren will an Attraktivität zulegen.

Blick auf die Verkehrssituation

Ein Quadratmeter Land wird „An der Kesselkaul“ zwischen 185 und 210 Euro kosten. Die Häuslebauer entscheiden dann, wie ihr neues Heim aussehen soll. Das neue Gebiet soll 50 Millionen Euro an Investitionen auslösen.

Angesichts der neuen Anwohner wurde ein besonderer Blick auf die Verkehrssituation geworfen, sagt der Birkesdorfer Bezirksausschussvorsitzende Rolf Braun (SPD). Mit den Anwohnern sei eine „gute Lösung“ gefunden worden. In Richtung der B 56 wird ein Straßenstück gebaut, über das schon die Baufahrzeuge rollen sollen, später dann auch der Anwohnerverkehr. Zur besseren Anbindung wird ein Kreisverkehr gebaut, sagt Tiefbauamtsleiter Heiner Wingels.

SPD-Politiker Peter Koschorreck sagt noch schnell, dass Birkesdorf schon jetzt Dürens größter Stadtteil sei und nun noch größer würde. Eigentlich Zeit, wieder über eine kommunale Selbstständigkeit nachzudenken, scherzt er. Dann greifen sie zum Spaten, danach gibt‘s Currywurst mit Fritten. Es ist alles gerichtet.

(inla)
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