Hürtgenwald: Biogasanlage: Kein Gestank, kein Lärm

Hürtgenwald: Biogasanlage: Kein Gestank, kein Lärm

Umstritten ist immer noch die Errichtung einer Biogasanlage in Kleinhau. Diese Anlage soll unter Einhaltung aller gesetzlich vorgeschrieben Richtlinien noch in diesem Jahr gebaut werden.

Nur dann kann sich die Gemeinde staatliche Zuschüsse sichern. In einer Bürgerversammlung wurden kürzlich Bürgerinnen und Bürger über verschiedene Untersuchungen informiert.

Bürgermeister Axel Buch konnte etwa 50 Personen im großen Sitzungssaal des Rathauses begrüßen, darunter auch ein Dutzend Kommunalpolitiker. Die Pläne für die neue Biogasanlage konnten in den letzten Wochen im Rathaus eingesehen werden. Doch von dieser Möglichkeit machten nur wenige Menschen Gebrauch.

Den Abend moderierte Dipl.-Ing. Ulrich Faßbinder aus Köln, dessen Stadtplanerbüro seit 15 Jahren schon oft für die Gemeinde im Einsatz war. Dipl.-Ing Jürgen Neuß erklärte zunächst nochmals, wie eine Biogasanlage eigentlich funktioniert. Und wie aus Gülle und Maissilage oder anderen nachwachsenden Rohstoffen Strom und Wärme erzeugt werden. Einmal im Jahr, im September oder Oktober, wird das Material innerhalb von sechs Tagen geliefert und dann zwischengelagert. „Es entsteht Biogas, das aufgefangen und in einem Heizwerk energetisch verwertet wird”, erklärte der Fachmann. Das Substrat (Gülle) verliert in diesem Prozess seine Nährstoffe nicht. Es kann als Düngemittel auf landwirtschaftliche Felder verbracht werden.

Fachgutachter Dr. Martin Jansen erklärte ausführlich, wo auf der Anlage Lärm entstehen kann und wodurch. Außerdem erklärte er die Messmethoden. Das Ergebnis seiner Berechnungen: Aus Sicht der Lärmproblematik bereite der Standort keinerlei Probleme.

Fragen zur Windrichtung

So war es auch hinsichtlich der Geruchsbelästigung. Lang und breit ließ sich Dr. Peter Scherer über Gerüche, wie man sie misst und vorausberechnet aus. Er kam am Ende zu dem Ergebnis, dass die Werte die gesetzlichen Vorgaben nicht nur einhalten, sondern sogar deutlich unterschreiten. Angeblich geht weder für die Wohngebäude, noch für den Bauhof, die Rettungswache, die Schulen und die Geschäftswelt eine nennenswerte Geruchsbelästigung von der Biogasanlage aus.

Dazu stellten einige Bürger Fragen, die beispielsweise die Windrichtung betrafen. Scherer berief sich auf die Messungen und die Daten des Deutschen Wetterdienstes, die von Behörden und Gerichten anerkannt sind. Auch juristische Fragen wollten die Bürger geklärt haben. Die Ergebnisse der Gutachten werden noch im Rat der Gemeinde behandelt.