Düren: Billard-Clubs „Phoenix Düren 99“: Konzentration, Taktik und Feinmotorik

Düren : Billard-Clubs „Phoenix Düren 99“: Konzentration, Taktik und Feinmotorik

Es geht um Feinmotorik, eine gute Hand-Augen-Koordination, Taktik und Konzentration — Eigenschaften, auf die es beim Billard besonders ankommt. Armani Kraus (11), Sven Müller (15), Chiara Böhmer (16) und Luca Menn (17) vom Verein „Phoenix Düren 99“ haben diese Eigenschaften.

Die vier Jugendlichen haben sich für die Deutschen Billardmeisterschaften in Bad Wildungen qualifiziert. Am Montag fahren sie mit ihrem Trainer Eric Tombeux (46) in die nordhessische Kleinstadt. Luca Menn aus Merzenich, der sich in Bad Wildungen Chancen auf einen Sieg ausrechnet, spielt ab kommendem Dienstag schon seinen fünften Wettkampf auf Bundesebene. Der Abiturient kann sich ein Leben ohne Billard nicht mehr vorstellen. „Man hat bei unserer Sportart sehr schnell Erfolgserlebnisse und merkt sofort, wenn man sich verbessert hat. Das macht einfach großen Spaß.“ Auf die Deutschen Meisterschaften, ergänzt der junge Mann, habe er das ganze Jahr hingearbeitet. „Das ist schon etwas sehr Besonderes“, sagt er. „Mein großes Ziel ist es, mich in Bad Wildungen für die Europameisterschaft zu qualifizieren.“

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Chiara Böhmer hat in Bad Wildungen schon zweite und dritte Plätze erreicht, sie ist amtierende Vizemeisterin und möchte diesmal unbedingt nach ganz oben aufs Treppchen. „Das ist ein toller Wettkampf“, erzählt die Schülerin. „Wir spielen in einer riesigen Halle, und es sind auch immer sehr viele Zuschauer da. Das macht wirklich Spaß.“ Was genau für sie die Faszination am Billard ausmacht, kann Chiara, die mit ihrer Familie in Jülich lebt, nur schwer erklären. „Ich habe früher auch in einer Garde getanzt und Fußball gespielt. Mit beidem habe ich wieder aufgehört. Billard ist einfach mein Ding.“

Der Jüngste im Kreis der vier Billard-Cracks ist Armani Kraus aus Düren, der erst seit einem Jahr Billard spielt. „Ich hatte zu Hause einen Mini-Billardtisch, mit dem ich immer gespielt habe“, erzählt er. „Weil ich unbedingt auf einem großen Tisch spielen wollte, ist mein Vater mit mir in eine Gaststätte gegangen, in der es einen Billardtisch gab. Und danach wollte ich unbedingt in einen Verein.“

„Er ist ein großes Talent“

„Armani“, ergänzt Trainer Tombeux, „ist unser Shooting-Star. Er ist ein großes Talent.“ Der Junge mag am Billard besonders, dass man „viel denken“ muss. „Die Kugeln liegen ja nicht immer so, dass man sie gut versenken kann“, sagt er. „Ich muss mir also überlegen, was ich tun kann, damit meine Kugeln eine bessere Position bekommen, und die des Gegners eine schlechtere. Das finde ich spannend.“ Ein guter Billard-Spieler, ergänzt Armani, brauche vor allem viel Geduld. „Die kann man aber auch lernen. Je länger man spielt, desto mehr Geduld bekommt man.“

Trainer Eric Tombeux hat 13 Jahre in der Ersten Bundesliga Billard gespielt, danach hat er seinen Trainerschein gemacht und betreut bei „Phoenix Düren“ die Jugendabteilung. „Das, was wir tun“, sagt Tombeux, „hat mit Kneipensport absolut nichts zu tun. Billard ist eine richtige Sportart. Es gibt Ligen und einen Verband.“ Bei den Deutschen Meisterschaften in Hessen gehören die Dürener zum Team „Billard Mittleres Rheinland“. „Trotzdem“, sagt Tombeux, „kämpft natürlich jeder für sich. Es ist aber ein schönes Gefühl, Teil einer Mannschaft zu sein, im selben Hotel zu wohnen und auch die gleichen Jacken zu tragen. Das schafft ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl.“

Billard ist eine komplizierte Sportart, Tombeux vergleicht den technisch schwierigen Stoß des Queues, also des Billardstocks, mit dem Bewegungsablauf beim Golf oder Stabhochsprung. „Auch wenn das auf den ersten Blick vielleicht nicht so aussieht, ist ein Billard ein sehr anstrengender Sport. Die Spiele dauern oft sehr lange, man muss sich also lange konzentrieren und auch viel um den Tisch laufen. Das ist nicht ohne.“

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