Düren: Bewerbung um den Titel wird nun Zug um Zug konkreter

Düren: Bewerbung um den Titel wird nun Zug um Zug konkreter

Das Projekt geht erst 2018 über die Bühne, es hat die Dimension einer Olympia-Bewerbung und es ist dringend erforderlich, sich schon heute damit zu beschäftigen. Das meinen zumindest die Dürener Kulturausschussvorsitzende Verena Schloemer und Museumschefin Dr. Renate Goldmann. Die Rede ist von der Europäischen Kulturhauptstadt 2018.

Um diesen Titel bewirbt sich bekanntlich die gesamte Euregio Maas-Rhein, zu der auch Stadt und Kreis Düren gezählt werden. Und die beiden Damen haben Recht, denn was mit Blick auf die Bewerbung um den Titel „Kulturhauptstadt” schon alles im Gange und fest geplant ist, verdient Beachtung - auch und besonders außerhalb Dürens.

Dabei wird, wie am Dienstag Verena Schloemer erklärte, der Begriff „Kultur” sehr weit gefasst. „Kultur ist, wie man sich menschlich begegnet und kommuniziert”, sagt Dr. Goldmann. Und: Es gelte, für den Strukturwandel der Region eine Chance zu ergreifen, die so schnell nicht wiederkommt. Wenn Düren mit der Euregio Maas-Rhein ein Jahr lang „Kulturhauptstadt” werde, so sorge das für einen enormen Bekanntheitsgrad der Region in ganz Europa, wie dies zuletzt mit dem Ruhrgebiet, das ein ganz neues, besseres Image bekommen habe, geschehen sei.

„Kultur ist dabei der Motor, um viele Dinge zu erreichen”, betont Schloemer, nicht zuletzt einen besseren öffentlichen Nahverkehr. Menschen würden angelockt und Heerscharen von Touristen auf Kulturrouten geschickt. Noch in diesem Jahr werde Dürens Bürgermeister Paul Larue eine Arbeitsreise nach Graz (Kulturhauptstadt von 2003) unternehmen, um zu sehen, welche enormen positiven Auswirkungen es nicht nur kurzfristig hat, ein Jahr lang „Kulturhauptstadt” zu sein.

Am Dienstag hatte sich auch der bei der Regio Aachen zuständige Mann, Johannes Arens, nach Düren ins Museum begeben, um den „DN” einmal zu erklären, wie es mit der Finanzierung des 80-Millionen-Euro-Projektes aussieht. 20 Millionen, das steht schon fest, wird die Stadt Maastricht geben, weitere 20 Millionen hat die Provinz Limburg zugesagt.

Die nächsten 20 Millionen müssen aus der Wirtschaft, von Sponsoren und der niederländischen Regierung in Den Haag kommen. 2,5 Millionen gibt die EU-Kommission. „Den Rest teilen sich auf deutscher Seite elf Städte, die Städteregion, Gemeinden und Kreise”, so Arens. Fünf Millionen bleiben angeblich zu zahlen für die Region Aachen, zu der auch die Kreise Heinsberg, Euskirchen und Düren gezählt werden. Am Aufbringen dieser Summe werde sich auch das Land Nordrhein-Westfalen beteiligen.

Arens möchte unbedingt, dass Stadt und Kreis Düren bei dem Projekt „eine herausragende Rolle” spielen. Es gebe eine Papierindus-trie auf international höchstem Niveau, ein demnächst restauriertes 50er Jahre Rathaus samt passendem Innenstadt-Bild, die Annakirmes als Veranstaltung mit großer Tradition, eine einmalige Geschichte von Zerstörung und Wiederaufbau. Mit viel Selbstbewusstsein könne der Welt oder doch zumindest ganz Europa das präsentiert werden, was entlang der Rur von Monschau bis Linnich an Tradition und Zukunft außergewöhnlich ist.

3,9 Millionen Menschen wird die Kulturhauptstadt umfassen, falls die Bewerbung erfolgreich sein wird. Die Bewerbung erfolgt als „Bidbook” und ist sehr umfangreich. Erst wenn das Bewerbungs-Buch eingereicht ist, wird sich eine Kommission auf den Weg machen und prüfen, ob man hierzulande tatsächlich in der Lage ist, das Projekt zu stemmen und ob die Attraktionen überhaupt vorhanden sind.

Auch Käthe Rolfink, Kreis-Kulturausschussvorsitzende, ist dem Projekt sehr zugetan. Sie befürchtet allerdings, dass noch zu wenig Menschen in den Gemeinden des Kreises wissen, was eigentlich geplant ist. Dem soll mit Info-Veranstaltungen begegnet werden.

Infos gibt es am Sonntag, 7. Juni, im Museum

Interessierte sollten sich den 17. Juni freihalten. Ab 12 Uhr wird dann im Hoesch-Museum über die Bewerbung der Region als Europäische Kulturhauptstadt 2018 informiert. Jeder ist willkommen. Dort gibt es für jeden eine erste Version des Bewerbungsbuches. Dieses „Bidbook” muss im Oktober abgegeben werden. Entschieden, welche Stadt oder Region Kulturhauptstadt 2018 wird, wird erst Ende 2013.

Gemeinderäte, Vereine und Interessengruppen können sich bei Johannes Arens, der auf deutscher Seite zuständig für die Bewerbung ist, melden und um Infos und Besuch bitten, Tel. 0241/963 1942, arens@regioaachen.de

Arens hat die Dürener Politiker bereits im Mai 2011 und im März diesen Jahres im Kulturausschuss besucht und informiert.

Mehr von Aachener Nachrichten