1. Lokales
  2. Düren

Betrugsmasche: Bewährungsstrafe für 25-Jährigen

Katastrophale Lebensverhältnisse : Mit Fantasienamen Geld erschlichen

Fast 14 Monate lang verschaffte sich ein heute 25 Jahre alter Mann aus Düren immer wieder zu Unrecht Geld anderer Leute, teilweise sogar von Unternehmen. Wichtiges Tatwerkzeug für seine Betrügereien im großen Stil war sein Computer.

Im Internet fand er die notwendigen Bankverbindungen, die er auf Blanko-Überweisungsträgern eintrug, mit einem Fantasienamen und einem Geldbetrag versah. Vielfach funktionierte die Masche, wenngleich der Betrug glücklicherweise auch in etlichen Fällen rechtzeitig bemerkt und Schaden verhindert wurde.

Wie umfangreich der Tatkomplex war, wurde bei Verlesung der sechs Anklageschriften deutlich, die rund 40 Minuten dauerte. Dabei bezifferte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft den entstandenen Schaden mit rund 31.700 Euro. Rechnet man die verhinderten Zahlungen hinzu, die rechtlich als „versuchter Betrug“ bewertet werden, nähert sich die Summe stark der Hunderttausender-Grenze. Zu den Taten gehörten zudem Bestellungen elektronischer Geräte oder auch der fingierte Verkauf von Gold oder einer wertvollen Briefmarke in einem Internet-Portal. In diesen Fällen kassierte der 25-Jährge zwar das Geld, lieferte aber die angebotenen Waren nicht. Einige Male wickelte er Geschäfte unter dem Namen seiner Lebensgefährtin ab. Gleich zu Prozessbeginn räumte der Angeklagte sämtliche Tatvorwürfe ein. Von September bis November war er übrigens in Untersuchungshaft, ehe er Haftverschonung bekam, um eine Therapie in einer Klinik anzutreten.

Grund für die Betrugs-Serie ist nämlich offenbar die Spielsucht des jungen Mannes. Interessant in diesem Zusammenhang war dann das Gutachten einer Fachärztin für Psychiatrie. Sie erklärte, dass der Angeklagte unter „katastrophalen Lebensverhältnissen“ mit Gewalt, Missbrauch und einer überforderten Mutter aufgewachsen sei. Dies habe für den Angeklagten zu einer schweren Traumatisierung und Persönlichkeitsstörungen geführt. In diesem Falle handele es sich deshalb auch nicht klassische Spielsucht, sondern sei aufgrund der traumatischen Situation pathologisch begründet. Es sei eine Flucht vor der Wirklichkeit. Bei den Plädoyers beantragte die Staatsanwältin drei Jahre Haft, während der Verteidiger sich für eine Freiheitsstrafe aussprach, die noch zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Christina Lange verurteilte den Angeklagten zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Zu den Auflagen gehört unter anderem, dass der Angeklagte seine begonnene Therapie erfolgreich fortsetzt.

(hp)