Pilgerkirche: Beten für den Erhalt der Abtei Mariawald

Pilgerkirche: Beten für den Erhalt der Abtei Mariawald

An dieses Erlebnis werden sich viele Kinder später vielleicht noch erinnern. Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp aus dem Erzbistum Köln, bekleidet mit Mitra, beeindruckendem Gewand und dem Hirtenstab, trat aus der Prozession heraus und zeichnete ihnen mit dem Daumen ein Kreuzzeichen auf die Stirn. Schon spannend für die Kleinen in einem sonnendurchfluteten Park unterhalb von Burg Hengebach.

Der Weihbischof, viele geistliche Herren, Messdiener und Kirchenbedienstete waren mit dem Gnadenbild der „Schmerzhaften Mutter“ auf dem traditionellen Weg von der Heimbacher Pilgerkirche zum Pavillon im Kurpark, um dort vor vielen Pilgern die Eröffnungsmesse, das Pontifikalamt zur Oktav zu feiern.

Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp.
Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp. Foto: bel

Pfarrer Hans Doncks verwies in seiner Begrüßung auf das Motto der Wallfahrt 2018: „Sucht Frieden und jagt ihm nach“. Die Verantwortlichen für die Gestaltung der Oktav hatten das Motto des Katholikentages auch für die Heimbacher Pilgerfahrt passend gefunden. „Denn“, sagte Hans Doncks, „Heimbach durchlebt schwierige Tage, denn die drohende Schließung von Mariawald ist für den Heimbacher Tourismus und die geistliche Anbindung an den Wallfahrtsort Heimbach fatal.“ Darum sollten alle Gebete und Lieder in diesen Tagen auch Bitten an Gott und die Mutter Gottes beinhalten, das Kloster zu erhalten.

In seiner Ansprache stellte Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp den Gedanken des Pilgerns in den Mittelpunkt. „Wir sind alle unterwegs“, sagte der Würdenträger aus dem Erzbistum Köln. Festen Halt biete allein Gott und seine Heiligen. Pilgern sei auch heute wirksam, gab er den vielen Männern und Frauen im Kurpark mit auf den Weg.

Die Lieder der Gläubigen wurden von einer Musikkapelle aus Dedenborn begleitet. Stunden vorher schon waren verschiedene Pilgergruppen in der Pilgerkirche eingetroffen. Dort hatten sie Gelegenheit zur Beichte. Die Pilgeroktav in Heimbach geht bis zum Sonntag, dem 15. Juli. Jeden Tag werden Andachten und festliche Gottesdienste angeboten.

Kamen Pilger vor Jahrzehnten und Jahrhunderten müde, hungrig und durstig nach Heimbach, konnten sie sich am Ziel „laben“. Das war auch dieses Jahr so. Schon vor dem Pontifikalamt hatte der Krammarkt auf dem großen Parkplatz seine Pforten geöffnet. Imbisse und Getränkestände säumen den Weg und hier und da fällt dem einen oder anderen ein Gürtel, eine Bratpfanne oder ein Kleidungsstück ins Auge, mit dem er sich für die Strapazen des langen Pilgerwegs belohnen kann.

(bel)