Düren: Bestes Jazz-Futter nicht nur für die Tatort-Jünger

Düren : Bestes Jazz-Futter nicht nur für die Tatort-Jünger

Klaus Doldinger ist eine der wenigen deutschen Jazz-Legenden — und konnte es sich vielleicht auch deshalb leisten, ins populäre Fach abzudriften und Titelmelodien für den „Tatort“ oder den Kinofilm „Das Boot“ zu schreiben. Am 8. Juni wird Doldingers Passport bei den Jazztagen in Düren auftreten.

„Wir möchten ein neues Zeitalter der Dürener Jazztage einläuten“, sagt Bernd Ohlemeyer, Vorsitzender des neu fusionierten Planet Jazzclub Düren. Acht Wochen hatten er und sein Stellvertreter Oliver Mark Zeit, ein Programm aus dem Boden zu stampfen, das zu den 28. Jazztagen vom 6. bis zum 10. Juni wieder deutliche stärkere Akzente auf den Jazz legt, der in den vergangenen Jahren zu kurz gekommen ist.

Das unausgesprochene Motto der Jazztage hat diesmal Richard Müllejans vom Dürener Service-Betrieb vorgegeben, der für den Mittwoch mit „BaCoustic“ aus Valenciennes, „Los Pipos“ aus Mexiko und Kuba und „Satori“ aus Südafrika Musik aus drei Kontinenten auf die Bühne bringt.

Diese musikalische Weltreise hat Oliver Mark bei der Ausgestaltung des Programms fortgesetzt. So tritt am Donnerstag das Masha Biljsma Sextett bei Becker & Funck auf und zum Abschluss der Jazztage am Sonntag in der Marienkirche die Airto Moreira Group. Moreira gilt als einer der einflussreichsten Jazz-Percussionisten überhaupt. Für diese beiden Konzerte wird erstmal ein Eintrittsgeld erhoben. Der Jazztage-Samstag wird ganz im Zeichen der Kneipentour stehen, an der sich 15 Gastwirte beteiligen.

Den Auftakt bildet um 12 Uhr eine Brassband auf dem Marktplatz, gefolgt von einer Marching Band, bolivianischer Folklore und dem Gospel Chor „Crescendo“ in der Marienkirche. Auf dem Rathausvorplatz gibt es ab 18 Uhr dann Jazz aus New Orleans, um 20 Uhr zum Start der Kneipentour steht das Dave Helbock Trio aus Österreich auf der Hauptbühne. Ein Jazzfrühschoppen am Sonntag und ein Jazz-Brunch im „Strandwerk“ am Badesee runden das Programm ab. Einen besonderen Leckerbissen versprechen sich die Veranstalter von Roy Louis, der mit seiner Formation „Intelligent Force“ am Freitag auf der Hauptbühne den Opener für Klaus Doldinger gibt.

Louis, der aus Curaçao stammt, spielt Latin Jazzrock und war in den 1970er Jahren fester Bestandteil von Doldingers Passport. Oliver Mark: „Ich hoffe, dass es da zu einer Begegnung kommt und wir vielleicht im Anschluss noch eine Jam-Session erwarten können.“ Auch ohne die ist das Programm schon jetzt vielversprechend.

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