Besonderes Konzert im Haus der Stadt am 11. November

Karnevalistisches Konzert : Sessionsauftakt will lustig und besinnlich sein

Die Idee ist auf dem Weg von Düren nach Jinhua entstanden, und hat sich als echter Glücksgriff erwiesen. Vor rund zwölf Jahren saßen Johannes Esser, Leiter des Dürener Konzertforums „Cappella Villa Duria“, und Professor Herbert Schmidt, Präsident der Karnevalsgesellschaft „Närrische Nord-Dürener“ auf dem Weg in Dürens chinesische Partnerstadt Jinhua im Flieger nebeneinander.

„Irgendwie“, erzählt Schmidt, „ist bei dieser Gelegenheit, die Idee zu einem etwas anderen Konzert zum Sessionsauftakt entstanden. Und das, obwohl wir beide nur Wasser getrunken hatten.“ Der November sei nicht nur der Monat des Karnevalsbeginns, sondern auch ein Monat der Trauer und der Zerstörung Dürens am 16. November . „Beidem“, erklärt Schmidt, „wollten wir von Anfang an mit unserer Veranstaltung Rechnung tragen.“

Schnell war mit Renold Quade und dessen Sinfonischem Blasorchester ein dritter Partner für das etwas andere Karnevalskonzert gefunden, das am Sonntag, 11. November, bereits zum 11. Mal stattfindet. „Dass wir dieses karnevalistische Jubiläum erreichen, hätten wir anfangs überhaupt nicht gedacht“, sagt Schmidt. „Aber jetzt ist natürlich unser Ziel, auf jeden Fall zwei mal elf Konzerte zum Sessionsauftakt zu schaffen.“

Karneval, ergänzt Schmidt, hätte sich in den vergangenen Jahren stark verändert. „Es gibt immer mehr Bands, der Party-Charakter von Karneval hat deutlich zugenommen.“ Gleichwohl gebe es immer noch Menschen, die Traditionen mögen würden. Schmidt: „Man muss nur die richtige Balance zwischen Tradition und Moderne finden.“

Und genau das scheint den Verantwortlichen des Karnevalskonzertes gelungen. Renold Quade erklärt: „Es gibt Stücke, wie den ‚Dürener Stadtmarsch’, den ‚Marsch der Närrischen Nord-Dürener’ und das Lied ‚Wenn es Nacht wird über Düren’, die bei keinem Konzert fehlen dürfen. Die nicht zu spielen, würde bedeuten, Ärger mit unserem Publikum zu bekommen.“ Zwischendurch, ergänzt der Orchesterleister und Musikschullehrer, müsse es aber gelingen, den Blick nach vorne zu wagen und ein wenig innovativ zu sein.“ Und so stehen beim närrischen Musikabend Werke von den „Bläck Fööss“ und dem Kölner Urgestein Hans Knipp auf dem Programm. Quade: „Wir wollen versuchen, uns selbst und den Ernst des Lebens nicht so wichtig zu nehmen.“ Die „Blöck Föösss“ seien die „rheinischen Meisterschaften der Gesellschaftsbeobachtung“. „Und genau das wollen wir auch machen“, erklärt Renold Quade. „Wir wollen gucken, was wirklich wichtig ist in unserem Leben und worauf wir verzichten können.“

Neben dem Sinfonischen Blasorchesterin konnten die Dürener Sängerin Claudia Maintz, das Kölner Musikduo „Knubbelfutz und Schmalbedaach“ und den Redner Jörg Runge, der als „Tuppes“ im Karneval unterwegs ist, verpflichten. „Runge gestaltet seine Reden in Reimform“, sagt Renold Quade, „Das ist mittlerweile auch eine Seltenheit im Karneval.“

„Bestimmtes Niveau“

Johannes Esser war es von Anfang an wichtig, dass das karnevalistische Konzert zu den übrigen Veranstaltungen der „Cappella Villa Duria“ passt. Esser: „Es ist entscheidend, dass der Abend ein bestimmtes Niveau hat. Dazu gehört natürlich die Qualität der Künstler und der Orchestermusiker, aber dazu gehört auch die Moderation von Herbert Schmidt.“

Der hat sich auf den Abend bestens vorbereitet und freut sich schon jetzt, Menschen und Begebenheiten aufs Korn zu nehmen. „Es ist Karneval“; sagt Schmidt und lacht. „Und da muss es auch erlaubt sein, dem ein oder anderen etwas hinter die Löffel zu geben – natürlich ohne dabei verletzend zu sein.“ Das Konzert zur Sessionseröffnung, ergänzt Schmidt, der auch viel im Kölner Karneval unterwegs ist, sei eine seiner Lieblingsveranstaltungen im Jahr. „Und es findet kaum seinesgleichen – auch nicht in der Domstadt.“

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