„Kein Abschluss ohne Anschluss“: Berufsfelderkundungs- und Praktikumsportal gehen an den Start

„Kein Abschluss ohne Anschluss“ : Berufsfelderkundungs- und Praktikumsportal gehen an den Start

Sich ein eigenes Bild machen von seinem Wunschberuf in einem Betrieb – das steht seit dem Schuljahr 2016/2017 für alle Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen in der achten Klasse verpflichtend auf dem Stundenplan.

An drei Berufsfelderkundungstagen schnuppern sie in Unternehmen hinein und lernen bei praktischen Übungen unterschiedliche Berufsfelder kennen.

Damit Schüler und Betriebe zueinander finden, stellt ihnen die Kommunale Koordinierungsstelle „Kein Abschluss ohne Anschluss“ im Kreis Düren seit 2016 ein Kontaktportal zur Verfügung. Im ersten Jahr haben Unternehmen aus der Region 500 Plätze dort eingestellt, im folgenden Jahr waren es schon über 1200.

Dass das System in der Praxis funktioniert, beweist die Buchungsquote von zuletzt 85 Prozent. Nahezu alle Angebote wurden von den Jugendlichen gebucht. Je mehr Schulen sich beteiligen, desto größer ist der Bedarf an Berufsfelderkundungsplätzen im Portal. „Dieses Mal sollen es noch mehr sein, denn bei rund 2100 Schülerinnen und Schüler benötigen wir über 6000 Plätze“, sagte Sybille Haußmann, Leiterin des Amtes für Schule, Bildung und Integration des Kreises Düren. Am vergangenen Sonntagwurde das Portal mit den Angeboten für das Jahr 2019 freigeschaltet.

Passt der erste Eindruck von einem Beruf, ist ein vertiefendes Praktikum oft der nächste Schritt. Deshalb ist diesmal auch ein Praktikumsportal an die bewährte Plattform gekoppelt. Landrat Wolfgang Spelthahn hält die frühzeitige Praxiserfahrung für unverzichtbar: „Je mehr Angebote aus unterschiedlichen Branchen den jungen Menschen zur Verfügung stehen, desto kompletter ist das Bild. Wer seine Wunschberufe in der Praxis kennen gelernt und sich dann entschieden hat, gehört später eher nicht zu den Ausbildungsabbrechern.“

Wie wichtig Berufsfelderkundung und Praktika auch für die Unternehmen sind, unterstreichen die Vertreter der Kammern in der Region. Uwe Günther, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Rureifel, betont die guten Karrierechancen im Handwerk: „Hier sind die Gehälter in einigen Branchen höher als die in den akademischen Berufen.“ Und Gisbert Kurlfinke, Referatsleiter in der Industrie- und Handelskammer Aachen, ergänzt: „Die Berufsorientierungsangebote stärken nicht nur die Jugendlichen in ihrer Berufswahl, sondern unterstützen auch die Betriebe, die händeringend Nachwuchskräfte suchen.“

Die Portale sind unter www.kreis-dueren.bfe-nrw.de sowie unter www.kreis-dueren.praktikum-nrw.de zu finden.

Bei Bedarf unterstützt die Kommunale Koordinierungsstelle die Betriebe bei der Formulierung und Einstellung ihrer Angebote. Weitere Informationen gibt es bei Sabrina König unter 02421/222828 oder per E-Mail an sa.koenig@kreis-dueren.de.

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