Bernhard Heuser bekommt den „Eisernen Meisterbrief“

Jubiläum : Mit dem „Eisernen Meisterbrief“ ausgezeichnet

Dieses Jubiläum ist nun wahrlich nicht alltäglich: seit 65 Jahren besitzt Bernhard Heuser aus dem Ortsteil Bergstein der Gemeinde Hürtgenwald den Meisterbrief.

Der jetzt 90-jährige Schmied wurde im Rahmen des „Altmeistertreffens“ der Kreishandwerkerschaft Rureifel auf Burg Obbendorf mit dem „Eisernen Meisterbrief“ ausgezeichnet.

Karl-Heinz Löwenkamp, Obermeister der Metallbauer-Innung, und Kreishandwerksmeister Gerd Pelzer ehrten den „Eisernen Meister“, der unter dem Beifall von rund hundert Handwerksmeistern die Urkunde entgegen nahm.

Der Schmied aus dem Ort im Hürtgenwald begann mitten im Kriegsjahr 1942 seine Ausbildung und konnte diese auch trotz der Wirren des Krieges erfolgreich abschließen. Nach Rückkehr aus der Evakuierung begann er 1954 wie viele andere Dorfbewohner des umkämpften Hürtgenwaldes mit dem Wiederaufbau des stark zerstörten Heimatortes. „Angefangen hat Bernhard Heuser in der Scheune, die Arbeitsplatz und Wohnung gleichzeitig war“, umschrieb Kreishandwerksmeister Pelzer den Neuanfang. „Ärmel hoch und gearbeitet“, kommentierte Innungsobermeister Löwenkamp. Bereits am 14. August 1953 legte Bernhard Heuser die Meisterprüfung ab und führte ab diesem Zeitpunkt seinen Betrieb selbständig. Neben der Huf- und Wagenschmiede kamen nun weitere Aufgabenfelder rund um die Bearbeitung von Metall hinzu. Noch heute ist der 90-Jährige an allem interessiert, was sich um die Metallbearbeitung und -verarbeitung dreht.

Die Kreishandwerkerschaft Rureifel veranstaltet nach der Fusion der Kreishandwerkerschaften Euskirchen und Düren jährlich ein „Altmeister-Treffen“, jeweils abwechselnd im Raum Düren oder Euskirchen. Der Vorsitzenden des Versorgungswerks der Kreishandwerkerschaft, Elvira Croè, sagt dieser Terminus wenig zu. Sie begrüßte die „gestandenen Meister“ und vergaß nicht darauf hinzuweisen, dass deren Ehefrauen einen ganz beachtlichen Anteil an den Erfolg ihrer Männer in den vielen Handwerksberufen haben. Heiter-musikalisch unterhielt Chansonier Johnnie Wegmann aus Kall, begleitet von Stefan Krupp am Klavier, die „Handwerksveteranen“ über mehrere Stunden.

(sps)