Schlich-De_SSSqhorn: Benefizkonzert in der Pfarrkirche St. Martinus für Straßenkinder in Bolivien

Schlich-De_SSSqhorn : Benefizkonzert in der Pfarrkirche St. Martinus für Straßenkinder in Bolivien

Kurz nach dem Ende der Weihnachtszeit — mit dem Fest der Heiligen Drei Könige als Ende — spielte der „Mandolinenclub T.C. Rurland Pier 1922“ in der Pfarrkirche St. Martinus sein Neujahrskonzert.

Es war das jährliche Benefizkonzert im Rahmen der Hilfe für die Straßenkinder aus dem bolivianischen Sucre/Poconas und „genau zum richtigen Zeitpunkt“, meinte Dirigent und Moderator Alfons Schwalbach. Er erinnerte daran, dass der verstorbene Pfarrer Bernhard Gombert, der nach seiner Pensionierung die letzten Jahre in Schlich gelebt hatte, das Projekt für die Straßenkinder in Bolivien in seiner Zeit als Pfarrer von St. Anna ins Leben gerufen und dann mit nach Schlich gebracht hatte. Unterstützt wurde der Mandolinenclub von den „Rurland Singers“.

Das Programm des Neujahrskonzerts in St. Martin war zweigeteilt. Im ersten Part bis zur Pause erwärmten Weihnachtslieder die Gemüter des Publikums in den Kirchenbänken. Im zweiten Teil ging es flotter her. Das Weihnachtliche wurde von Operettenklängen und Karnevalistischem abgelöst, denn „Fastelovend“ liegt in diesem Jahr recht früh, Anfang Februar.

Lieder auch auf Kölsch

„Prosit Neujahr!“ Alfons Schwalbach eröffnete — wie gewohnt — sein Konzert mit einer freudigen Geste. Zu jedem Lied und zu jedem Text wusste er ein Anekdötchen. „Das Prosit Neujahr“, ermahnte der Dirigent seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter im Altarraum, „müssen wir noch üben.“ Offenbar war es nicht so klar und deutlich über die Lippen der Akteure gekommen, wie die klaren und deutlichen Töne der Mandolinen und Singstimmen.

„Tochter Zion“, ein Weihnachtsmedley mit „Kling, Glöckchen“ und „Jingle Bells“ brachte die Gäste auf Trab. Beim „Ave Maria der Berge“ waren die Alpen mitten in St. Martin zu Gast. Einige Besucher glaubten sich auf einer Zeitreise an die Wurzeln der Musik versetzt — Gesang ohne Verstärker, Instrumente ohne Lautsprecher. Da klangen nur die Mandolinensaiten und die Stimmen der Frauen und Männer der Rurland Singers. Bei der „Petersburger Schlittenfahrt“ ließ das Mandolinen-Orchester vergessen, dass draußen die graue Trübe herrschte. „Gloria in excelsis Deo“ — in Kölner Mundart nahezu nur für Rheinländer verständlich, gefolgt von „Mer kummen aus dem Morjenland“ (Wir kommen aus dem Morgenland), einer Hommage an die Überbleibsel der Heiligen Drei Könige im Gemäuer des Kölner Doms.

„La Festa Splendora“, ein Operettenmedley mit Liedern wie „Das gibte_SSSqs nur einmal“, „Dunkelrote Rosen“, Ohrwürmer aus volkstümlichen Singspielen vertrieben düstere Gedanken und lästige Grübeleien.

Und dann: Ein Hauch von Karneval, hervorgezaubert mit „Ming eetste Fründin“, „Minsche wie mir“, „Lasst uns das Leben genießen“, „Bye, bye my love“ sowie „Kutt jot heim“, da hielt es, das konnte Alfons Schwalbach später berichten, die Menschen nicht mehr in den Bänken, so begeistert waren sie.

Mit Standing Ovations Gutes tun, das ist dem Mandolinenclub Pier und den Rurland Singers gelungen. Und die Straßenkinder von Sucre/Poconas in Bolivien können sich über insgesamt 920 Euro freuen.

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