„Gallischer Esprit und iberische Tristeza“: Benefizkonzert für Kenosis, Kindergarten- und AIDS-Waisenprojekt

„Gallischer Esprit und iberische Tristeza“ : Benefizkonzert für Kenosis, Kindergarten- und AIDS-Waisenprojekt

Einmal jährlich geht es im „Arbeitskreis Südafrika“ der Evangelischen Gemeinde zu Düren musikalisch zu. Jetzt spielte im großen Saal der Gemeinde ein rundes Dutzend Musikerinnen und Musiker.

Das taten sie zugunsten von mittellosen Kindergartenkindern und AIDS-Waisen in Pietermaritzburg, Südafrika. In der Pause gab es, wie immer, kulinarische Köstlichkeiten und Getränke aus dem Eine-Welt-Laden. Alle Einnahmen kommen dem Kenosis-Projekt ohne Abzug zugute.

Die Hörerschaft wurde Zeugin eines anspruchsvollen Programms, das Werke aus der Vorbarockzeit bis zur Moderne bot. Entsprechend dem Leistungsgrad einiger junger Interpreten, erwachsener Amateure und erfahrener Musikpädagoginnen und -pädagogen, zumeist aus dem Raume Düren, bestachen die Interpretationen teils durch kindlich-jugendlichen Charme teils durch tiefgehendes Werkverständnis und ausgereifte, fast konzertbühnenreife Technik.

Vier Querflötistinnen (Silke Gutbier, Marlies Luft, Roswitha Lennertz, Birgit Bergk), bis auf die Letztgenannte reine Amateure, eröffneten das Programm mit einem dreisätzigen Concerto von C. Ph. Telemann. Es folgte der von Christina Kugler unterrichtete 13jährige Klavierschüler Alexander Schmitz, der der fälschlich als „Sonata facile“ bekannten Klaviersonate C-Dur von W.A. Mozart (KV 545) bereits einige interpretatorische Feinheiten aufsetzte.

Der Blockflötist Nathan Kogel, angehender Musikstudent, beeindruckte mit seinem feinen, meditativen Spiel von Jan van Eycks Pavane Lacrimae. Ein klassisch besetztes Bläserquartett (Birgit Berg, Querflöte, Anke Grotz, Oboe, Joachim Locker, Klarinette, Friederike Nesselrode Fagott), allesamt Dozenten der Musikschule Düren, weckte ein lebhaftes Publikumsinteresse am gallischen Esprit virtuoser französischer Kompositionen des 20. Jahrhunderts (Jean Francaix, Claude Arrieu).

Dass Lajos Tar, weithin bekannter Meister der Konzertgitarre, sich bescheiden in das z. T. noch junge Ensemble einreihte und damit das humanitäre Projekt in Südafrika unterstützte, fand allgemeine Anerkennung. Seine subtile Interpretation einiger Schreittänze aus dem 17. Jahrhundert und besonders die iberische Tristeza eines Werkes von Maximo Diego Pujol und eine eigenen Komposition beeindruckten zutiefst. Den Schluss bildeten pianistisch anspruchsvolle Werke von Sergej Rachmaninow (Moment musical, op. 16 Nr. 1) und Sergej Prokofjew (Sonate f-moll, Allegro).

Der junge Laurence Harrap, Schüler von Georg Kugler, bot sie mit Spielfreude, ausdrucksstark und technisch hoch versiert. Lebhafter Beifall einer dankbaren Hörerschaft belohnte die Interpreten wie auch die zufriedenen Veranstalter.

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