Bei der Abo-Plus-Sommertour entdecken junge Leser den Hermannshof

„Warum sind die Eier alle braun?“ : Kinder erkunden bei der Abo-Plus-Sommertour den Hermannshof

Es ist Dienstag, kurz vor 10 Uhr. Vollautomatisch öffnen sich an dem großen Stall die Klappen, die ersten Hühner kommen sofort heraus – zuerst in ihren eigenen Wintergarten und anschließend auf die Wiese. Bald ist ein lautes Gackern zu hören, ein bisschen klingt es wie ein Lied. „Wenn diese Art Singsang zu hören ist“, sagt Anneliese Püllen, „ist das ein Zeichen dafür, dass es den Tieren gut geht.“

Einen ganzen Vormittag lang hatten die jungen Teilnehmer der vierten Sommertour unserer Zeitung Gelegenheit, den Hermannshof von Familie Püllen im Nörvenicher Ortsteil Eschweiler über Feld genauestens unter die Lupe zu nehmen. Und die Kinder durften auch tüchtig mitarbeiten. Vieles ist in dem landwirtschaftlichen Betrieb immer noch Handarbeit, vieles funktioniert aber mittlerweile schon automatisch.

So befinden sich unter den Nestern, in die die Hühner ihre Eier legen, beispielsweise Fließbänder, mit denen die Eier direkt in einen kleinen Raum transportiert werden. Dort werden sie dann nur noch auf spezielle Eierbretter gelegt. Die Kinder haben gelernt, dass ein Huhn pro Tag knapp 200 Milliliter Wasser trinkt, 120 Gramm Körnerfutter frisst, und dass die älteren Hühner die dickeren Eier legen. „Warum sind die Eier alle braun?“, fragte der elfjährige Kevin, und die Antwort hatte Anneliese Püllen schnell parat: „Weil die Hühner auch braun sind.“

...wie Kartoffelpflanzen aussehen. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Besonders spannend war für die Jungen und Mädchen der Abstecher in den großen Raum, in dem die Eier gewogen, sortiert und verpackt werden. Im Schnitt legt ein Huhn im Jahr 250 Eier, die für den Verkauf geeignet sind. Eier der Größe M dürfen zwischen 53 und 63 Gramm wiegen, L-Eier zwischen 63 und 73 Gramm. Die Kinder durften die Eierkartons, die maschinell befüllt werden, schließen, ein Etikett draufkleben und sie in eine große Kiste packen.

„Das macht total Spaß“, sagte Lena. „Hier möchte ich später arbeiten.“ Natürlich gibt es auf so einem großen Betrieb wie dem Hermannshof nicht nur Hühner. Drei Pferde und ein Pony leben dort, Esel Benjemin, die beiden Hunde Chili und Zora, außerdem Ziege Mucki und die beiden Zwergziegen Hanni und Nanni. Erst wenige Tage auf dem Hof sind die kleinen Enten-Küken, die dort gut aufwachsen dürfen, bevor sie im Herbst geschlachtet werden. „Seit ihr jetzt die Eltern von den Entchen“, fragte Lena, die die flauschigen Federn ganz vorsichtig gestreichelt hat. „Ja, das kann man so sagen“, antwortete Anneliese Püllen. „Wir sorgen jetzt für die Tiere.“

Darüber hinaus gab es Einblicke in die Produktion... Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Mit Junior-Chef Wilhelm Püllen ging es dann aufs Feld, wo die Kinder sehen konnten, wie Kartoffeln aussehen, wenn sie noch nicht zu Bratkartoffeln, Kartoffelpüree oder Pommes Frittes verarbeitet sind. „So eine Kartoffelpflanze habe ich ja noch nie gesehen“, staunte Kevin. „Toll.“

Sofort fiel den Kindern auf, dass die Blätter der Kartoffeln viel grüner und weniger welk als die der Zuckerrüben waren. „Die Kartoffeln werden gewässert“, erklärte Wilhelm Püllen. „Die Zuckerrüben nicht. Das ist einfach nicht wirtschaftlich.“ Mittlerweile gebe es ein Kilogramm Zucker im Supermarkt für weniger als einen Euro. „Das Wasser, das wir zum Gießen bräuchten, wäre einfach viel zu teuer.“ In der Kartoffelhalle wurde es dann für unsere jungen Leser noch einmal richtig spannend. Die Jungen und Mädchen haben gesehen, wie die Erdäpfel auf automatischen Bürsten vom gröbsten Dreck gereinigt werden.

...und einen Besuch bei den erst wenige Tage alten Entchen. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Die Kartoffeln, die sie selbst geerntet haben, durften sie in einen Papierbeutel stecken und mit einer speziellen Maschine zunähen. „Ich hätte nicht gedacht, dass das alles so viel Arbeit ist“, sagte Kevin. Und genau das ist ein Grund, warum es den Püllens ein Anliegen ist, schon Kindern und Jugendlichen einen Einblick in die Arbeit auf dem Bauernhof zu vermitteln.

„Für viele ist es selbstverständlich, in den Supermarkt zu gehen und einzukaufen“, erklärte Anneliese Püllen. „Es ist wichtig, den Kindern zu zeigen, wo die Lebensmittel herkommen.“

„Wahnsinn! So ein Huhn fühlt sich richtig cool an!“, sagte diese elfjährige Teilnehmerin der Tour. Foto: ZVA/Sandra Kinkel
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