Nideggen: Baum-Mikado erregt in Nideggen die Gemüter

Nideggen : Baum-Mikado erregt in Nideggen die Gemüter

Heinz Bücker vom Heimat- und Geschichtsverein Nideggen ist entsetzt: „Hunderte alter Kiefernbäume wurde hier unsachgemäß gefällt und wie Mikado-Stäbe kreuz und quer über dem Wanderweg fallengelassen.“ Über eine Strecke von rund einem Kilometer geht das so.

Wer von Nideggen-Berg auf den Dauven will, steht vor einer Schneise der Verwüstung. „Einen Baum hat man gezielt auf eine Hütte fallenlassen“, sagt auch Paula Schipperges, die beobachtet hat, dass auch auf dem steilen Weg von Abenden hinauf unter anderem eine Bank zersägt wurde. Wer für die wilde Baumfällaktion verantwortlich ist, bleibt unklar.

Ratlos ist vor allem Nideggens Bürgermeister Marco Schmunkamp (parteilos). „Es ist nicht mal klar, wann die Bäume gefällt worden sind.“ Gemeinsam mit Vertretern der Unteren Landschaftsbehörde will sich Schmunkamp heute vor Ort treffen, um den Schaden zu begutachten. Schmunkamp: „Wir müssen uns das anschauen, weil wir nur so klären können, welche Grundstücke betroffen sind und wer überhaupt der Eigentümer dieser Grundstücke ist.“

Auch Hans Martin Steins, als Dezernent beim Kreis für Umweltfrage zuständig, steht vor einem Rätsel: „Das sieht für mich nicht wie eine forstwirtschaftliche Maßnahme aus.“ Auflösen kann er den Vorgang bislang nicht. Seine Behörde war nicht involviert. „Wir arbeiten daran, es zu klären“, sagt er. Und um die Ratlosigkeit komplett zu machen, tappt auch Revierförster Bernhard Guyens im Dunkeln: „Die Rodungen sind unprofessionell und nicht sachgemäß vorgenommen worden“, betont er. Bei den Grundstücken handele es sich um Privatwaldparzellen.

Die Eigentümer hat der Revierförster allerdings nicht in Verdacht: „Das erstreckt sich über verschiedene Parzellen. Da müssten sich dann acht oder zehn Eigentümer treffen, um das gemeinsam zu besprechen. Daran glaube ich nicht.“ Zumal die Eigentümer größtenteils gar nicht in Nideggen leben. Für Guyens ergibt die ganze Maßnahme keinen Sinn, sagt er, „es sei denn, jemand wollte diesen Weg sperren, eine Art Verkehrsberuhigung durchführen.“ So würden nicht nur Wanderer den Weg nutzen, sondern auch Mountainbiker.

Heinz Bücker vom Geschichtsverein treibt aber noch eine ganz andere Sorge um. Auf dem Weg zur Houndesley in Berg gibt es mehrere Bodendenkmäler. Bücker: „Man kann nur hoffen, dass die in diesem Bereich vorhandenen prähistorischen Felszeichnungen durch die wilde Baumfällaktion nicht beschädigt wurden.“

(bugi)
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