Düren: Bald mehr Sicherheit und weniger Patienten

Düren: Bald mehr Sicherheit und weniger Patienten

Die Forensik ist für viele Dürener ein großes, unbekanntes Gebiet hinter hohen Mauern. Viel ist in der Bevölkerung nicht über das Innenleben des forensichen Dorfes im Dürener Norden, das an die Rheinischen Kliniken angegliedert ist, bekannt.

Allein die Tatsache, dass etwa 120 psychisch kranke Straftäter in der Anlage leben, die im Volksmund gerne „Jeckes” oder „Jeckenberg” genannt wird, sorgt dafür, dass viele Bürger die Einrichtung mit Skepsis betrachten. Da können auch die hohen Sicherheitsstandards, die auf und die Anlage herum herrschen, nicht immer für Abhilfe sorgen.

„Die Beziehung zwischen der Forsenik und der Bevölkerung hat immer mal wieder in Frage gestanden”, sagte Dürens Bürgermeister Paul Larue anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung im Foyer des Bürgerbüros der Stadt. Ohne es auszusprechen spielte Larue dabei auf die Ausbrüche von Straftätern an. Zuletzt waren im November zwei Männer aus dem Hochsicherheitstrakt entkommen. Larue hat bei diesem Anlass weniger als erster Bürger der Stadt, sondern als Vorsitzender des Forensischen Beirats gesprochen. „Wir wollen eine Brücke bauen zwischen der städtischen Gesellschaft und der Klinik”, so Larue weiter.

Da die Arbeit des forensichen Dorfes natürlich nicht bei einem Tag der offenen Tür geschildert werden kann, können sich interessierte Bürger jetzt im Bürgerbüro informieren. Auf den Schautafeln werden die Arbeitsweise innerhalb des Hochsicherheitstraktes sowie der geplante Ausbau der Anlage dargestellt.

„Wir wollen zeigen, was wir machen und und was neu dazu kommen wird”, sagte Dr. Erhard Knauer, der Direktor der Kliniken. Für etwa 4,5 Millionen Euro wird das Dorf umgebaut werden und soll laut Knauer eine zusätzliche Sicherheitszone erhalten. Dr. Rolf Schellbach-Mathies, der Leiter der Forensik, betonte, dass trotz des Ausbaus der Anlage nicht mehr Patienten geben werde. „Die Baumaßnahmen sind keine Kapazitätserhöhung, sondern sorgen für mehr Sicherheit”, so Schellbach-Mathies. Die Zahl Behandlungsplätze werde sogar reduziert.

Weiterhin betonte er, dass im Zuge der Umbaumaßnahmen keine Sicherheitslücke entstehen werde. Die Wallmauer um das Dorf herum bleibe vom Umbau unberührt. Und die Arbeiter, die im forensichen Dorf tätig sein werden, würden mit Hilfe von Bauzäunen von den Patienten abgetrennt.