Bäume und Felder im Kreis Düren lechzen nach Wasser

Schon einige Brände : Bäume und Felder im Kreis Düren lechzen nach Wasser

Feldbrände in der Nähe des Gutes Stepprath und in Birgel, eine brennende Hecke in Nörvenich: Die Trockenheit und Hitze sorgen schon jetzt für zusätzliche Einsätze der Feuerwehr.

Auch die Förster beobachten die regenarme Zeit mit Sorgenfalten, denn vor allem die Fichten leiden in diesen Tagen. „Die Zahl der Einsätze mit dem Stichwort Waldbrand hat in den vergangenen Tagen deutlich zugenommen“, sagt der Kreisbrandmeister Karlheinz Eismar, „aber in besonderer Bereitschaft sind wir noch nicht.“

Neun Mal mussten die Feuerwehren in sieben Tagen zu einem Einsatz unter diesem Stichwort im Kreis ausrücken. Als Reaktion auf diese Entwicklung wurde vorsorglich ein zweiter 10.000-Liter-Tank mit Löschwasser gefüllt, der schnell an eine Brandstelle gefahren werden könne. Vor allem in Wald- und Feldgebieten ist die Strecke zur nächsten Wasserstelle lang. Bisher sei es zu sogenannten Selbstentzündungen gekommen, wobei Eismar nicht ausschließen kann, dass „auch eine weggeworfene Kippe oder eine Glasscherbe das Feuer ausgelöst hat“.

Die Wetterstation des Forschungszentrums Jülich zeichnet die aktuellen Daten auf. Auch in den nächsten vier Tagen rechnet man dort nicht mit Niederschlägen. Prognosen, die über diesen Zeitraum hinaus gehen, werden laut Dr. Axel Knaps zunehmend ungenau. „Vor allem Niederschläge sind schwer vorherzusagen“, sagt er.

Der Meteorologe scheut sich, schon von einem Wetterphänomen zu sprechen.  Die Messungen an der Sophienhöhe haben allerdings ergeben, dass die Monate April und Mai in diesem Jahr trockener waren als im Schnitt. Im Juni wiederum wurden durchschnittliche Niederschlagsmengen verzeichnet. „Allerdings fielen am Anfang des Monats starke Regenschauer, wohingegen die zweite Monatshälfte trocken blieb“, schränkt Knaps ein.

Die geringen Niederschläge machen sich vor allem in den Wäldern bemerkbar. Robert Jansen vom Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde spricht von einer „dramatischen Situation“: „Vor allem das vergangene Jahr hat den Wäldern sehr zugesetzt, folgt nun ein weiteres trockenes Jahr wäre dies ein weiterer mächtiger Rückschlag.“

Die in der Eifel häufig vorkommende Fichte ist besonders betroffen. Bei Trockenheit wird die Harzproduktion der Bäume verringert, wodurch sie angreifbarer für den Borkenkäfer werden. Die Folge: Die Bäume sterben ab. „Schon jetzt kann man viele befallene Fichten sehen, deren Kronen braun verfärbt sind“, schildert Jansen. Er betreut insgesamt 12.000 Hektar Staatswald, was ein Zehntel des Staatswaldes in Nordrhein-Westfalen ausmacht. Solche ausgetrockneten Bäume „brennen wie Zunder“, weiß er.

Der Dürener Stadtwald hingegen kommt derzeit noch glimpflich davon. Der Grund: Dort ist der Bestand an Eichen besonders groß, die an Trockenheit besser angepasst sind, berichtet Förster Andreas Nießen. Empfindlich ist allerdings der Bestand an Jungpflanzen. Von den insgesamt 500 Hektar Stadtwald macht dies etwa vier Hektar aus. Nießen und die Forstarbeiter warten deswegen dort mit dem Feinschnitt: „So bleiben die erhaltenswerten Pflanzen länger im Schatten und sind nicht der prallen Sonne ausgesetzt.“ Bewässern ist keine Option. Dafür reichen die Kapazitäten nicht aus.

„Wer nun einen Spaten nimmt und bis zu einer Tiefe von 1,80 Meter gräbt, wird nur trockene Erde finden“, meint Nießen. So bleibt die Hoffnung auf Regen. Auf länger andauernden Regen.

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