Düren: B56 neu entlastet. Was wird aus B56 alt?

Düren: B56 neu entlastet. Was wird aus B56 alt?

Die Bundesstraße 56 neu (n), die Ostumgehung Dürens, soll 33,4 Millionen Euro kosten. In der Summe stecken nicht nur die reinen Baukosten für das 6,6 Kilometer lange Teilstück, sondern auch Kosten, die entstehen, weil Ausgleichsflächen für durch den Straßenbau wegfallendes Land geschaffen werden müssen.

Laut Landesbetrieb Straßen NRW werden durch den Bau der B56n 13,9 Hektar (etwa 14 Fußballplätze) neu versiegelt, das heißt: verbraucht. Allein 9,8 Hektar betreffen „intensiv genutzte Ackerflächen“ der Rest entfällt auf Grünland, Gärten und Schotterwege. Laut Gesetz muss dieses Land für die Eigentümer ausgeglichen werden.

Das geschieht unter anderem südlich der Kölner Landstraße und im Vettweißer Land, sagt Bernd Aulmann vom Landesbetrieb. In etwa gleicher Größe werde neues Acker- und Grünland angelegt. Zudem wird Laubholz aufgeforstet oder Brachland angelegt, um Tieren, etwa Fledermäusen, Lebensraum zu geben.

Heinz-Peter und Irmgard Bochroeder sind mit dem Flächenverbrauch nicht einverstanden. Sie betreiben an der Stockheimer Landstraße einen biologischen Hof. Ein Teil ihres Landes ist durch den Straßenbau betroffen. „Es kann nicht sein, dass immer mehr Land verbraucht wird“, sagen beide, „das Land wird benötigt, um Lebensmittel anbauen zu können.“

Damit meinen Bochroeders Flächenabbau nicht nur auf die B56n bezogen, sondern im Allgemeinen. Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, nicht mehr so viel Flächenverbrauch zuzulassen (das kann auch Gewerbegebiete betreffen). Auch aus diesem Grund soll es in absehbarer Zeit deutlich weniger neue Straßenprojekte geben.

Mit der B56n sollen vor allem Schoeller- und Euskirchener Straße entlastet werden (derzeit 29.000 Fahrzeuge). Ob die beiden Straßen zurück gebaut werden, wenn die Umgehung 2017 fertig ist, steht nicht fest. Nach Prognosen von Straßen NRW fahren dann immer noch 15.200 Autos über Schoeller- und Euskirchener Straße, 20.400 werden 2020 die neue Umgehung nutzen.

Angedacht ist am Schnittpunkt Euskirchener-/Zülpicher Straße im Süden Dürens ein Kreisverkehr. Dass aber Schoeller- und Euskirchener Straße auf eine Fahrspur zurückgebaut werden, hält CDU-Fraktionschef Stefan Weschke für fraglich. Man müsse sehen, wie sich alles entwickele. Trotz B56n würden noch genug Fahrzeuge durch Düren rollen.

Die Entscheidung, was 2017 oder später passiert, dürfte bei der Stadt Düren liegen, da dann die jetzige B56 ihren Status als Bundesstraße verlieren und von der Kommune übernommen wird. Für die seit mehr als vier Jahrzehnten diskutierte Ostumgehung müssen sechs Brücken gebaut werden. Allein drei Mal müssen Schienen überquert werden.

Die Strecke Aachen - Köln gehört dazu. Die Deutsche Bahn wird diesen Abschnitt im Frühjahr 2014 für eine Woche sperren, wenn die marode Brücke an der Schoellerstraße abgerissen wird. Da die Züge dann einmal stillstehen, soll die Zeit genutzt werden, ein Stück weiter östlich eine Brücke zu bauen, über die der Verkehr der B56n fließen wird.

An mehreren Stellen des 6,6 Kilometer langen Teilstücks wird es Lärmschutz geben, etwa am Knotenpunkt B56/Arnoldsweilerweg oder im Bereich B56n/B264 .