Nideggen: Ausstellung zeigt Tierköpfe auf menschlichen Körpern

Nideggen : Ausstellung zeigt Tierköpfe auf menschlichen Körpern

„Leben ist Vielfalt“. Das ist es, was der Künstler Ralf Kosmo mit seinen Collagen ausdrücken möchte, die er bis zum 27. Mai im Dürener Tor in Nideggen ausstellt. Der Kunst und Museumsverein der Stadt Nideggen 1971 stellt in den Sommermonaten fünf Künstler aus.

Als Erstes stellt sich Maler und Pop-Art-Künstler Ralf Kosmo dem Publikum vor. Er gestaltete Collagen, die Tierköpfe auf menschlichen Körpern darstellen. Hierfür arbeitete er viel mit Farben, Mustern und unterschiedlichen Herstellungstechniken, wie ausschneiden, kratzen und kleben. Ein wichtiges Element, das in dieser Schaffensphase nicht fehlen durfte, war die Glasperle. Sie findet sich in allen Kunstwerken wieder. „Die Glasperle verweist auf die Materie. Sie verdeutlicht den mathematischen Körper und hebt damit das Leben und seine Vielfältigkeit hervor“, erläuterte Ralf Kosmo die Gedanken zu seinen Kunstwerken.

Besonders spannend sind die Unterschiede, die sich zwischen den originalen Bildern und den Reproduktionen finden lassen. Während die Originale auf zigarettenschachtelgroßen Holzblöcken gestaltet wurden, sind die digital erstellten Drucke DIN A0, 84,1 Zentimeter mal 118,9 Zentimeter, groß. Auf ihnen lassen sich die unterschiedlichen Materialen und Techniken, wie etwa Druckraster oder die Kanten von ausgeschnittenen Elementen, die Kosmo angewandt hat, erkennen.

Jan Schönepauk, der junge Künstler, der nach Ralf Kosmo ausstellen wird, war begeistert von den Collagen und der unterschiedlichen Wirkung auf den Betrachter bei verschiedener Größe. „In den Plakaten erkennt man mehr. Man sieht die Arbeitsebenen. Die Arbeitsspuren vermitteln Leben und eröffnen eine Tiefe. Trotzdem ist alles eins“, sagte er.

Befindlichkeiten aufspüren

Als Inspiration diente Ralf Kosmo vor allem die Beschäftigung mit der Vergangenheit und der Zeit. „Als Wesen können wir durch die Zeit gehen. Wir können Vergangenheit erlebbar machen, doch die Zukunft ist voller Ungewissheit“, las er aus seinem Tagebuch vor, das er während der Schaffensphase geführt hatte. Diese Gedanken ließen ihn grübeln, und in kreativer Umsetzung gestaltete er die nun ausgestellten Werke. Er möchte, dass die Betrachter tiefer in die Materie eintauchen, den Blick fokussieren und schärfen und Dinge entdecken, die man sonst vielleicht übersieht. In seinen Bildern ginge es darum, Befindlichkeiten aufzuspüren. „Meine Impressionen laden zum Verweilen ein.

Es geht mir hier um das Kontemplative und sich Zeit nehmen“, führte er seine Kunst aus. Dass er hierbei Tierköpfe und Menschenkörper kombiniert, ist weniger der Tatsache geschuldet, dass er Wesen kreieren will, die an die mythologischen Sagen und Geschichten erinnern, sondern viel mehr dem Bedürfnis Grenzen aufzuheben und die Wichtigkeit des Geistes eines Lebewesens zu verdeutlichen. Für ihn zähle das Leben an sich.

Neben seinen Collagen zeigt er kurze zeitverzerrte Videos, die sich mit dem Thema Reisen beschäftigen und unterschiedliche Rauminstallationen.

Geöffnet ist die Ausstellung mittwochs von 14 bis 18 Uhr, samstags, sonntags, sowie an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr.

Mehr von Aachener Nachrichten