Düren: Ausstellung über Missbrauch: Verein warnt vor Besuch mit Kindern

Düren: Ausstellung über Missbrauch: Verein warnt vor Besuch mit Kindern

Der Verein „Basta! gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen“ setzt sich kritisch mit der internationalen Ausstellung „Welche Farbe hat Missbrauch?“ in der Marienkirche in Düren auseinander. Der Verein hat eine Stellungnahme dazu veröffentlicht.

Der Verein „Basta!“ begrüßt grundsätzlich die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt und Missbrauch. Beim Besuch der Ausstellung und der Infostände zu „Welche Farbe hat (der) Missbrauch?“ warnt der Verein basta! e. V. ebenso wie die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW (AJS) jedoch davor, sie mit Kindern unter zwölf Jahren zu besuchen. Ihnen sollte der Anblick der Gewaltszenarien dringend erspart bleiben.

„Viele Fotos zeigen Gewaltszenen in aller Deutlichkeit und Brutalität, was auf kleinere Kinder im Allgemeinen sehr verstörend wirkt. In der Ausstellung und an den beteiligten Infoständen gibt es Darstellungen von Verletzungen, schlagenden Vätern und Ähnliches. Solche Szenen aus der Erwachsenenwelt können von Kindern noch nicht adaptiert werden. Sie bleiben ratlos und verängstigt zurück. Verstärkt wird diese Wirkung durch die Szenen, in denen Kinder mitspielen. Die kleinen Zuschauer könnten sich identifizieren, die dargestellten Gewalt- und Ohnmachtserfahrungen auf sich projizieren und emotional nachempfinden.“ (AJS NRW vom 14.10.2013)

Der Verein „Basta!“, der in vielen Kindergärten und Schulen präventiv mit Kindern arbeitet, teilt die Einstellung der AJS NRW: „Die Darstellungen sind nicht mit einer pädagogischen oder psychologischen Intention gemacht, es handelt sich um künstlerische Produkte. Die Gewalt wird zum Teil regelrecht ‚ästhetisch‘ dargestellt und dies kann bei Kindern — auch über zwölf Jahren — als gewaltverherrlichend wahrgenommen werden. Deshalb sollten hier die Eltern beteiligt werden.

Zum Fachlichen ist zu sagen, dass die Art der Darstellung nicht in den Bereich Prävention und Kinderschutz fällt. Abschreckung, Verängstigung, Verstörung bewirken nicht Schutz, sondern Schwächung. Angst lähmt — aber: Mut tut gut! Dies sind Merksätze des Kinderschutzes.

In der Prävention werden Kinder auf kindgemäße Weise in ihrem Alltag gestärkt. Es ist ein positiver lebensbejahender Ansatz, der sich auf kindliche Erfahrungen und die kindliche Lebenswelt bezieht. Diese Ausrichtung liegt bei der Ausstellung in keiner Weise vor.“

Der Verein „Basta! gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen“ appelliert daher an die Verantwortlichen der Ausstellung und an die Eltern, deren Kinder in den Gottesdienst gehen, für den Schutz der Kinder zu sorgen, damit sie nicht unvorbereitet mit Gewalt konfrontiert werden.