Langerwehe: Ausstellung: Mosaikkunst im Töpfereimuseum

Langerwehe : Ausstellung: Mosaikkunst im Töpfereimuseum

Entwerfen, experimentieren und spielen sind die Schlagworte, die unumstößlich mit dem Mosaik verbunden sind. Welche Variationen und gestalterischen Möglichkeiten umsetzbar sind, zeigen die Studenten von Professor Karl Manfred Rennertz von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in einer Ausstellung im Töpfereimuseum in Langerwehe.

24 verschiedene Kunstwerke werden gezeigt. So stellten die Studenten Stühle, Tische, Kugeln oder Wandbilder her. Die Kunstwerke fungieren als Abschlussprojekte der Studierenden und mussten von ihnen vor Ort installiert sowie bei der Eröffnung betreut und erklärt werden. Professor Rennertz, der ursprünglich aus Langerwehe stammt, verbindet etwas ganz Besonderes mit dem Töpfereimuseum. „Ich finde, dass man stolz sein kann, hier auszustellen“, betonte er zur Eröffnung. „Hier in Langerwehe wird sehr praktisch gearbeitet und genau das sollen meine Studierenden auch tun.“

Generell nimmt er sich mit seinen Kursen bestimmten Projekten an. So gestaltete er schon mit Studierenden ungewöhnliche Sitzmöbel für die Stadt Detmold, die in Parkanlagen aufgestellt wurden, oder entwarf Kinderspielplätze mit Kunstobjekten, auf denen geklettert und gesessen werden darf. Ein anderes Mal stand die Gestaltung eines Gartens für Sehbehinderte im Vordergrund. Hier wurden Tiere entworfen, die ertastet werden können. „Die Mosaiksteine gaben den Blinden und sehbehinderten Menschen eine neue Tasterfahrung“, beschrieb Rennertz die Reaktionen auf die Kunstobjekte.

1000 Mosaiksteine im Schnitt

Für die Abschlussarbeiten in Langerwehe hatten die angehenden Innenarchitekten und Künstler drei Monate Zeit. Im Schnitt wurden 1000 Mosaiksteine verwendet, um eines der Bilder oder eine der Möbeloberflächen herzustellen. Mit seinem Kurs besuchte Rennertz das Römisch-Germanische Museum in Köln. Die Aufgabe bestand darin, die Muster zu begutachten und in das eigene Werk einzubauen. „Die Studenten dürfen sich inspirieren lassen. Allerdings muss jeder Entwurf etwas Neues haben“, erörterte Rennertz die Aufgabenstellung. In seinem Kurs gehe es ihm darum, dass alle Teilnehmer neue Materialien kennenlernten und besonders mit den Keramik-Mosaiksteinen innovativ arbeiteten.

Durch das Material Keramik ergibt sich eine zweite Verbindung zum Töpfereimuseum in Langerwehe, denn auch hier wird praktisch mit Keramik gearbeitet. Kurzzeitig wurde Langerwehe an diesem Wochenende auch zur Hochschulstadt, denn neben der Ausstellung mussten sie sich einem Kolloquium stellen. So setzt sich die Note der Abschlussprojekte nicht nur aus Entwurf, Stabilität und Anwesenheit bei der Installation und bei der Vernissage zusammen, sondern bezieht auch die Fähigkeit mit ein, wie die Studenten ihr Werk erklären. Rennertz und sein Lehrbeauftragter Jörg Korth mischten sich unter die Leute und lauschten den Erklärungen der Studenten. Zuvor erläuterte er das Unterfangen den Gästen. „Ihre Opfer erkennen Sie an den weißen Schildern“, scherzte er. „Je mehr Fragen Sie stellen, desto mehr Punkte können die Studierenden erreichen. Stellen Sie bohrende Fragen, wir hören zu und vergeben Punkte“.

Die Studentinnen Ümmü Gülsüm Dikmen und Seyma Özcan entschieden sich nach dem Museumsbesuch in Köln dazu, ein Teilstück aus dem Dionysosmosaik, die Birnen, welche nicht mehr vollständig erhalten sind, in ihrer Arbeit zu komplettieren. „Wir haben die Farben übernommen und zum Teil den Rahmen um die Birnen geändert. Das haben wir mit einem geflochtenen Muster aus dem Bodenmosaik kombiniert“, erklärte Seyma Özcan. „Es ist toll, mehr Praxis mit Materialien zu haben und die Entwicklung zu sehen, wie aus einer Idee etwas fertig Geschaffenes wird“, waren sie sich einig. Sie stehen kurz vor dem Abschluss ihres Studiums und freuen sich, später in der Möbelherstellung oder der Innenarchitektur von Läden arbeiten zu können. Die Ausstellung ist noch bis zum 10. Juni geöffnet.

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