Düren: Ausstellung in Schlosserwerkstatt

Düren: Ausstellung in Schlosserwerkstatt

Geht Schlossermeister Hans Leo Ervenich morgens in seine Werkstatt, dann entzündet er zunächst das Schmiedefeuer und dreht das Radio an. Sein langjähriger Beruf wurde im Laufe der vergangenen Jahre zum Hobby. Kürzlich feierte er seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Grund wird es ab Mittwoch, 3. Dezember, um 19 Uhr in seinem Betrieb eine „Geburtstagsausstellung“ geben.

Geboren wurde der hochgewachsene Mann in Bärwalde in der Neumark. Sieben Jahre später legte er die Meisterprüfung im Schlosserhandwerk in Stuttgart ab. 1972 übernahm er den väterlichen Betrieb als dritte Generation. Fortan fertigte er Arbeiten, die, wie er selber sagt „nicht in einem Baumarkt zu finden sind“.

Unzählige Objekte

Zwei große Brunnen im Marienhof in Merzenich zeugen von seiner Kreativität ebenso wie weitere unzählige Objekte im privaten und öffentlichen Raum. Ein neues Werk entsteht zunächst im Kopf des Schmiedes als Gedankengebilde. Nachdem er eine Zeit lang mit den Gedanken „schwanger gegangen ist“, bannt er die Idee als Zeichnung auf Papier. Dann beginnt die eigentliche Hauptarbeit, die aus der Materialauswahl, der Anordnung und der Umsetzung besteht.

Hans Leo Ervenich: „Ich arbeite immer mit ein und der gleichen Leidenschaft an den Werken immer so, als wären sie für mich.“ Eine rund zwei Meter hohe, schlanke Skulptur, die derzeit vor der Eingangstüre der Werkstatt zu finden ist, besteht aus 513 Einzelteilen. 60 Stunden Handarbeit stecken darin, die Planungsstunden nicht mitgerechnet. Die Eisenteile wurden einzeln abgeschmiedet und zusammengefügt. Der Rost, der sich bildet, weil das Objekt jeder Witterung ausgesetzt wird, ist gewollt. Immer wieder arbeitet der gestandene Handwerksmeister auch Glasobjekte des Dürener Kunstglasermeisters Wilfried Grob in seine metallenen Arbeiten mit ein.

Kein Nachfolger in Sicht

So entstehen einfarbige und bunte, im Licht glitzernde Scheiben und Stelen, die die Blicke auf sich ziehen. Dass kein Nachfolger für die Werkstatt in Sicht ist, bedauert Hans Leo Ervenich sehr. In welche Hände die drei Ambosse gehen, darunter der historisch anmutende Amboss von Hans Leo Ervenichs Großvater Anton, steht in den Sternen. Hans Leo Ervenich:„Fakt ist, dass meine körperlichen Kräfte langsam nachlassen, von denen man für diesen Beruf eine Menge braucht.“

Die Eröffnungsrede am Mittwoch, 3. Dezember, 19 Uhr, hält der renommierte Künstler, Architekt und Hochschullehrer Prof. Dr. Wolfgang Meisenheimer. Von Donnerstag bis Samstag, 4. bis 6. Dezember, kann die Ausstellung in der Schlosserei, Walzmühle 9, täglich von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden. Um speziell für die Vernissage planen zu können bittet der Veranstalter um telefonische Anmeldung bis Montag, 1. Dezember, unter Telefon 02421/41558.

(gkli)