Ausstellung im Kreishaus Düren: Arbeitslager in Arnoldsweiler

Arbeitslager in Arnoldsweiler : Ernster Appell „Gegen das Vergessen“

„Die schlimmsten Geschehnisse, die mitten in unserer Region passiert sind“ – an diese soll nach den Worten von Landrat Wolfgang Spelthahn eine Ausstellung zum Kriegsgefangenen- und Zwangsarbeiterlager „Stalag VI H“ in Arnoldsweiler erinnern.

Die Ausstellung trägt den Titel „Gegen das Vergessen, Zwangsarbeiterlager Arnoldsweiler“ und kann ab sofort im Obergeschoss der Kreisverwaltung kostenfrei besucht werden. Ludger Bentlage, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Düren-Jülich, und Ulrich Titz von der Ortsgruppe Düren der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie haben sie maßgeblich konzipiert. Die Gewerkschaften engagieren sich bezüglich des Themas Nationalsozialismus, weil in der Vergangenheit „Gewerkschaftshäuser von den Nationalsozialisten verwüstet und Gewerkschaftler verhaftet und umgebracht wurden“, erläuterte Bentlage.

Das Lager in Arnoldsweiler wurde 1940 von der Wehrmacht für 500 bis 800 Kriegsgefangene errichtet. Circa 9200 Gefangene, vornehmlich Polen, Franzosen und Russen, sind dort gewesen, viele von ihnen sind an Krankheit und Entkräftung gestorben. 1960 wurden die sterblichen Überreste von circa 1500 Russen auf einen zentralen Friedhof in der Eifel umgebettet.

Wie diese Menschen im Arbeitslager gelebt haben, vermitteln einige Fotos und Ausstellungsstücke wie Hocker und Erkennungsmarken von Strafgefangenen. An der Weiterentwicklung der Ausstellung, die vor drei Jahren schon einmal in Düren gezeigt wurde, arbeiten Titz und Bentlage: „Wir bekommen fortlaufend Dokumente von unterschiedlichen Geschichtsvereinen in der Region“, sagte Bentlage. Ziel sei, die Ausstellung in allen 15 Kommunen im Kreis zu zeigen.

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