Ausstellung auf Schloss Burgau erinnert an Pit Goertz

Ausstellung auf Schloss Burgau : Erinnerung an einen Vermittler, Künstler, Kurator und Organisator

Eine große, ausgesprochen stimmige Ausstellung auf Schloss Burgau erinnert an das künstlerische Schaffen von Pit Goertz, der seit 1991 für die Stadt Düren tätig war und ab 1998 als künstlerischer Leiter von Schloss Burgau im kulturellen Bereich vieles bewegt hat.

Der Besucher wird durch das Leben und das Schaffen des 2017 gestorbenen Künstlers geführt. Der Titel „Spuren“ bezieht sich dabei auf die Erinnerung an Goertz als Vermittler, Kurator und Organisator und findet sich gleichzeitig in der  Struktur der Ausstellung wieder, wie Dieter Powitz, Leiter von Düren Kultur erläuterte.

Die gezeigten Kunstwerke ziehen sich gewissermaßen als „Spur“ durch die einzelnen Räume. In Zusammenarbeit mit Irmgard Lauterbach-Goertz wurden erste Buchbinderarbeiten und Keramiken, Holzskulpturen und -Bilder, bis hin zu Werken aus Zink und Blei und schließlich Arbeiten aus Papier, die in den letzten Jahren den Schwerpunkt des künstlerischen Schjaffens von Pit Goertz bildeten, ausgewählt.

Elmar Valter, Kurator und Organisator der Ausstellung, wies bei der Eröffnung, die  von Andrea Nolte und Joachim Locker musikalisch begleitet wurde, auch auf einige kleine Papierfiguren hin, die in allen Räumen mehr oder weniger präsent auftauchen. Viele von ihnen seien Weihnachtsmänner, andere habe Goertz als seine „Helferlein“ tituliert, die Bewegungen ausführten, die ihm zuletzt nicht mehr möglich waren. Valter selbst steuerte ein großes Portraitbild zur Ausstellung bei, das Pit Goertz in einem Schwarzweiß-Mosaik aus 14.400 Papierknäueln zeigt. Diese so genannte „Valtografie“ wird nach Ende der Ausstellung einen dauerhaften Platz in Schloss Burgau erhalten.

„Kunst ist ein Virus, den man sein ganzes Leben nicht los wird“, ist ein Zitat von Goertz, das auch nach seinem Tod Gültigkeit hat. So wie er zu Lebzeiten Vernissagen „mit Verschenkung“ arrangierte, konnten auch die Besucher der aktuellen Retrospektive aus einem „Verschenkomat“ kleine von ihm geschaffene Talismane ziehen. Nach Goertz‘ Deutung sind das aber keine Glücksbringer, sondern „Unglücksabwender“.

Papierarbeiten kennzeichneten die letzte Schaffensphase von Pit Goertz. Foto: Axel Keldenich

Zu sehen ist die Ausstellung bis einschließlich 14. Juli jeweils mittwochs bis samstags von 14 bis 18 und sonntags von 11 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt.

(kel)
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