Düren - Ausprobieren, wie es ist, Berufspolitiker zu sein

Ausprobieren, wie es ist, Berufspolitiker zu sein

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Marianna Dänner, Charlotte Horst, Max Weichardt, Natalia Peters, Tiana Rönner, Sophie Theißen und Alisa Vaasen (von links) vertreten das Dürener Wirteltor-Gymnasium beim Europäischen Jugendparlament in Berlin. Foto: Sandra Kinkel
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GaW-Lehrer Stephan Mauel. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Vermutlich arbeiten Marianna Dänner (16), Charlotte Horst (17), Natalia Peters (18), Max Weichardt (17), Tiana Rönner (17), Sophie Theißen (16) und Alisa Vaasen gerade an ihrer Resolution. Die sieben Schüler des Dürener Wirteltor-Gymnasiums (GaW) nehmen am Regionalentscheid des „Europäischen Jugendparlamentes“ in Berlin teil und hoffen, sich für das deutsche Finale in Hannover zu qualifizieren.

Die jungen Leute, die sich allesamt sehr für Politik interessieren, setzen sich damit auseinander, wie die kulturelle Zusammenarbeit mit den osteuropäischen Ländern besser funktionieren kann. Sie halten Reden, führen Debatten und verabschieden am Ende des viertägigen Programms eine Resolution, die auch an alle Mitglieder des EU-Parlamentes in Brüssel geschickt wird.

Die Teilnahme am „Europäischen Jugendparlament“ hat am Wirteltor-Gymnasium schon lange Tradition. Immer wieder haben Schüler aus Düren sich sogar für Sitzungen im Ausland qualifiziert. Vor einigen Jahren war das GaW sogar Gastgeber einer Regionalsitzung und brachte für vier Tage mehr als einhundert Jugendliche in der Schule unter, die Parlamentssitzung wurde im Haus der Stadt abgehalten. Wer in diesem Jahr mit nach Berlin wollte, musste sich schriftlich bei den beiden Lehrern Stephan Mauel und Ulrike Flach bewerben. Stephan Mauel: „Die Bewerbung musste auf Englisch sein, und wir haben sowohl Sprache als auch Inhalt bewertet. Außerdem haben wir die Schüler noch zu einem persönlichen Gespräch eingeladen und danach entschieden, wer mitfahren darf.“

In Berlin arbeiten die Jugendlichen in verschiedenen Komitees. Eine Jury beobachtet die Sitzungen und bewertet, wie die Jugendlichen inhaltlich mitarbeiten, aber auch der Umgang miteinander wird gründlich unter die Lupe genommen. Mauel: „Insgesamt nehmen neun Schulen in Berlin teil, drei qualifizieren sich für die Endausscheidung.“

Max Weichardt freut sich besonders auf die Begegnung mit anderen Jugendlichen. „Ich finde es spannend, neue Leute kennenzulernen und mit ihnen zusammenzuarbeiten.“ Alisa Vaasen ergänzt: „Ich finde es spannend, dass wir die Chance bekommen, uns einzubringen. Und es ist toll, dass unsere Ideen auch von Berufspolitikern zur Kenntnis genommen werden.“

Strenge Regeln

Bei der Parlamentssitzung, an der die Schüler teilnehmen müssen, herrschen strenge Regeln. Stephan Mauel: „Manchmal sogar strengere, als bei den echten Sitzungen des Europaparlamentes. Und es gibt sogar einen Dresscode. In Freizeitkleidung darf man da nicht auftauchen.“

Die Redezeiten der Schüler sind streng reglementiert, außerdem muss man schnell reagieren können. Mauel: „Zuerst werden von einem Komitee die Argumente für den betreffenden Vorschlag vorgetragen. Und die Parlamentarier müssen gegebenenfalls begründen, warum sie dagegen sind.“

Das „Europäische Jugendparlament“ ist ein bisschen Politik zum Anfassen. „Man kann sich eigentlich nur schwer vorstellen, wie Politiker wirklich arbeiten“, sagt Natalia Peters. „Aber ich denke, dass die Teilnahme in Berlin uns schon einen etwas genaueren Einblick gewährt.“ Warum Max Weichardt in diesem Jahr der einzige Junge ist, der das Wirteltor-Gymnasium in Berlin vertritt, kann Stephan Mauel nicht erklären. „Ich denke, das ist einfach Zufall“, sagt der Lehrer., „Es ist aber ohne Zweifel so, dass unter den sehr guten Schülern sehr viele Mädchen sind.“

Dass sie wegen des Jugendparlaments und Berlin auf Karneval verzichten müssen – immerhin kommen sie erst am späten Sonntagabend aus Berlin zurück – ist für die jungen Leute kein Problem. „Uns bleibt ja noch der Rosenmontag zum Karnevalfeiern“, sagt Natalia und lacht. „Ich denke, dass wir in Berlin Erfahrungen machen, die uns später helfen können. Das ist dann wichtiger als Karneval.“

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