Düren: Ausflug in die heile Welt der Berge mit den „Kastelruther Spatzen“

Düren : Ausflug in die heile Welt der Berge mit den „Kastelruther Spatzen“

Es war ein Ausflug in die heile Welt der Südtiroler Berge: Zum 15. Mal gastierten am Freitagabend die „Kastelruther Spatzen“ in der Arena Kreis Düren, und rund 1500 Menschen feierten mit Sänger Norbert Rier und den sechs anderen Spatzen unter dem Motto „Tränen der Dolomiten“ ein stimmungsvolles Volksmusik-Fest.

Lieder wie „Jedes Abendrot ist ein Gebet“, „Dem Leben ins Gesicht gelacht“, „Die Sonne scheint für alle“, „Atlantis der Berge“ und „Die Rose von Südtirol“ hielten, was Rier den Fans gleich zu Beginn des Abends versprochen hat: „Heute könnt ihr eure Seele baumeln lassen, euren Alltag und eure Sorgen einmal hinter euch lassen.“ In der Welt der „Kastelruther Spatzen“ gibt es offensichtlich so gut wie keine Probleme. Die Lieder erzählen von Heimat, „wunderbaren Zinnen“, Treue, Ehrlichkeit — und natürlich Liebe.

Selbst beim aktuellen Hit „Tränen der Dolomiten“, das eine Mahnung gegen den Krieg und für den Frieden sein soll, geht es eben auch darum, die Hoffnung nie zu verlieren. „Für mich“, sagt Konzertbesucherin Mechthild Banowski (62), „ist es genau das, was mir an den ‚Spatzen‘ so sehr gefällt. Die schönen Dinge des Lebens stehen absolut im Vordergrund. Und das haben wir sonst doch viel zu wenig.“

Qualität oder Einheitsbrei?

Sicherlich kann man trefflich darüber streiten, ob die Texte der „Kastelruther Spatzen“ wertvoll oder eher wenig gehaltvoll und die Musik der Band aus Südtirol qualitätvoll oder eben doch eher Einheitsbrei ist. Fakt ist, dass der Rhythmus und die Tonlage bei fast allen Liedern ähnlich, wenn nicht nahezu gleich sind. Fakt ist aber auch, dass es ein Rhythmus und eine Tonlage sind, in den die Konzertbesucher sofort einsteigen, die sie sofort mitsingen können.

Und am Ende ist es auch völlig gleichgültig, welches Qualitätssiegel die volkstümliche Musik der Südtiroler Band verdient hat: Norbert Rier, Albin Gross, Rüdiger Hemmelmann, Karl Heufler, Kurt Dasser, Valentin Silbernagl und Walter Mauroner machen genau das, was ihre Fans hören möchten. Die Musiker haben die Menschen erreicht, da war es auch überhaupt kein Problem, dass es anfangs Schwierigkeiten mit dem Keyboard und zwischendurch den ein oder anderen falschen Ton gab. „Es ist eben alles live“, sagte Walter Petry (68). „Das muss man auch erst einmal bringen.“

Die Menschen in der Arena Kreis Düren waren am Freitagabend total begeistert. Kaum ein Lied, bei dem nicht mitgesungen und geschunkelt wurde. Kaum ein Lied, bei dem es keinen spontanen Applaus gab. Und kaum ein Lied, bei dem Norbert Rier von seinen Anhängern nicht beschenkt wurde. „Ich weiß nicht, was er mit all den weißen Rosen macht“, sagte Walburga Bäcker (71). „Das ist mir aber auch egal. Ich habe ihm einen Brief geschrieben und will einfach zeigen, wie sehr ich ihn und die ‚Spatzen‘ mag und wertschätze. Außerdem habe ich so das Gefühl, mich von den anderen Fans zu unterscheiden.“

Wertschätzung — auch das war durchaus Thema bei den „Kastelruther Spatzen“. Norbert Rier und seine Bandkollegen werden geschätzt, aber sie geben auch viel zurück: zum Beispiel bei einer ausgiebigen Autogrammstunde nach dem rund zweieinhalbstündigen Konzert.

(kin)
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