Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr im Haus der Stadt

Haus der Stadt : Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr begeistert Publikum

Die 76 Musiker des „Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr“ erfreuten das Publikum im voll besetzten Haus der Stadt mit einem Konzertabend, der ganz der Tanzmusik verschiedenster Ausrichtungen gewidmet war.

Das Benefizkonzert, dessen Erlös an die Louis-Braille-Schule in Düren zur Umsetzung musikalischer Projekte geht, war gleichzeitig das Examenskonzert von Leutnant Kristian Palauneck, dessen Dirigat von der fachkundigen Prüfungskommission, die sich unter die Besucher gemischt hatte, beurteilt wurde.

Der sympathische junge Dirigent dürfte seine Prüfung mit Bravour bestanden haben. Musikauswahl, Timing, Ausdruck, Einsätze der Soli und Lautstärke stimmten. Auch versäumte er es nicht, die Zuschauer mit einer unterhaltsamen Moderation durch den von ihm geleiteten ersten Teil des Programms zu führen.

So lud er die Zuschauer ein, mit ihm, dem „Luftwaffenmann mit der blauen Uniform“ in den Flieger zu steigen und Richtung Armenien zu reisen, um die „Armenischen Tänze“ von Alfred Reed zu hören, die sein Orchester darbot. Auch klärte er die Anwesenden auf, dass der „Geschwindmarsch“ von Joahnn Strauß – den dieser nach Quadrillen, die zu dessen Zeit gerne getanzt wurden, zwar für den Österreicher eilig angemutet haben mag, für den Preußen jedoch eher wie ein gemütlicher Fußmarsch daher käme.

Schließlich warnte er davor, im vierten Satz der „Symphonic Dances“ des zeitgenössischen Komponisten Yosuke Fukada mitzutanzen. Der Satz mit dem Titel „Spirituals Bon-Odori-Uta“ ist nämlich ein traditioneller japanischer Totentanz, bei dem die Geister der Toten heraufbeschworen werden sollen. Andere Sätze der Suite entführten die Zuhörer in die Welt des Tangos sowie zu den Tänzen der Renaissance, des Swings und in die Sphären des Bauchtanzes.

Auffällig war, mit welcher Konzentration und gleichzeitigen Spielfreude die jungen Musiker ihr Konzert, das Teil ihrer vierjährigen Ausbildung zum Militärmusiker ist, spielten.

Palauneck erklärte in seiner Moderation auch, dass der Abend im Haus der Stadt nur durch die Unterstützung von zivilen Musikstudenten der „Robert Schumann Hochschule“ für Musik möglich geworden war. Sie studieren gemeinsam mit den Militärmusikern.

Wer sich für eine Ausbildung zum Musik-Feldwebel entscheidet, absolviert wie jeder andere Zeit- oder Berufssoldat erst einmal eine sechsmonatige Grund- und Sanitärausbildung. Dann erst beginnt die musikalische Ausbildung - zunächst in der Kaserne. Dann folgt eine Eignungsprüfung für das Studium an der „Robert Schumann Hochschule“ in Düsseldorf. Nach weiteren zwei Jahren universitären Unterrichts mit Musiktheorie und -wissenschaft sowie Gehörbildung sind die jungen Musiker dann bereit für die Vermittlung in ein Musikkorps der Bundeswehr.

Unter der Leitung von Oberstleutnant Michael Euler, Leiter und Dirigent, brachte das Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr im zweiten Teil des Abends Werke von Hans Herzberg, Josef Bach, Wolf Guido Grasenick und anderen Komponisten zu Gehör.

(ah)
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